Sich als Hausverwalter selbstständig machen: Tipps, um eine Hausverwaltung erfolgreich zu gründen!

Die Hausverwaltung ist ein beliebter Bereich, um sich selbstständig zu machen. Aktuell entsteht in Deutschland viel neuer Wohnraum in Form von Eigentumswohnungen – und diese wollen im Einklang mit dem WEG verwaltet werden. Altersbedingt gehen zudem viele Verwalter in den Ruhestand. Dieser Artikel ist genau richtig für Sie, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, eine eigene Hausverwaltung zu gründen!

Tipps und Infos, um sich als Hausverwalter selbständig zu machen.
Der Bereich Immobilienverwaltung ist recht beliebt, um sich selbstständig zu machen. In diesem Artikel finden Sie zahlreiche Tipps und Informationen, um eine eigene Hausverwaltung zu gründen.

Der Wunsch nach einer eigenen Selbstständigkeit, in welcher man sein eigener Chef ist und vor allem eigenverantwortlich arbeitet, ist in vielen Bereichen sehr groß. Dies gilt insbesondere für den Immobiliensektor und hier gerade für den Beruf des Hausverwalters. Da die Voraussetzungen, eine eigene Hausverwaltung zu gründen, nicht sonderlich hoch sind, mag der Gedanke daran für viele Menschen, die sich für Immobilien und für die dahinterstehenden Prozesse interessieren, sehr reizvoll erscheinen. Und tatsächlich gibt es in Deutschland nicht wenige Hausverwalter, die sich in ihrer Selbstständigkeit wohl fühlen und auch Einnahmen erzielen, aus denen sich ansehnliche Nettogehälter ergeben. Bei vielen guten Gründen, sich für eine Selbstständigkeit als Hausverwalter zu entscheiden, gibt es zahlreiche Fallstricke, die auf dem Weg zu einer wirtschaftlich wie organisatorisch funktionierenden Hausverwaltung lauern. Der Weg dorthin ist fast nie als einfach zu bezeichnen und kostet über einen großen Zeitraum hinweg viel Herzblut. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor in der Selbstständigkeit ist, neben dem erwähnten Durchhaltevermögen, vor allem eine intensive und gute Vorbereitung. Nur so schaffen Sie eine solide Grundlage für eine Hausverwaltung, mit der Sie als selbstständiger Hausverwalter glücklich und auch vermögend werden. Dieser Beitrag stellt den ersten in einer Reihe von mehreren Artikeln dar, welche sich verschiedenen Aspekte dieser Form der Selbstständigkeit im Immobiliensektor widmet.

Warum sich eine Selbstständigkeit in der WEG-Hausverwaltung aktuell lohnen kann!

Jede neue WEG, die entsteht, benötigt eine Hausverwaltung. Zudem gehen auch regelmäßig selbstständige Immobilienverwalter in Rente, sodass die Gründung einer WEG-Hausverwaltung in bestimmten Gebieten Deutschlands die eigene wirtschaftliche Existenz auf beste Weise absichern kann.

Aktuell kann es sich wirtschaftlich lohnen, eine Hausverwaltung im Bereich WEG-Verwaltung zu gründen, wenn man sich selbständig machen möchte.
Der Immobilienmarkt ist derzeitig als günstig anzusehen, um eine eigene Selbständigkeit im Bereich der Immobilienverwaltung zu gründen. Ja nach Region entstehen in Deutschland viele neue Eigentumswohnungen und zahlreiche noch am Markt befindliche selbstständige Hausverwalter werden nach und nach in Rente gehen.

Aufgrund der niedrigen Zinsen in Deutschland entscheiden sich immer mehr Menschen für eine Eigentumswohnung. Der Markt ist in vielen Städten wie München oder Frankfurt nahezu leer gefegt, wobei Eigentumswohnungen – sofern Sie überhaupt offeriert werden – nur noch zu horrenden Preisen erworben werden können. Dies führt verständlicherweise dazu, dass im Immobiliensektor ein Bauboom herrscht und neue Wohnungseigentümergemeinschaften entstehen. Diese wollen gemäß dem WEG verwaltet werden, sodass sich die Gründung einer Hausverwaltung gegenwärtig als interessant erweisen kann. Ebenso gehen regelmäßig Hausverwalter in Rente, wodurch oftmals innerhalb eines kurzen Zeitraums mehrere Dutzend, wenn nicht sogar Hunderte von Wohnungseigentümergemeinschaften auf der Suche nach einer neuen Hausverwaltung sind. Die grundsätzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland sind derzeit also günstig, um eine Hausverwaltung zu gründen.

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Ein Hausverwaltung steht im Alltag vor den verschiedensten Aufgaben. Das bedeutet natürlich Abwechslung, aber auch die verschiedensten Kompetenzen, um erfolgreich zu agieren. Es reichen keine Expertenkenntnisse in der Buchhaltung aus, wenn Sie keine technische Kompetenz mitbringen, um den baulichen Zustand der von Ihnen betreuten WEG-Anlagen zu beurteilen. Abhilfe kann ein Angestellter oder eine Kooperation mit einem anderen Selbstständigen schaffen.

Motivation, Fähigkeiten und Kenntnisse sind erforderlich, um ein erfolgreicher und motivierter Immobilienverwalter auf selbständiger Basis zu sein.
Eine tätigkeit als selbstständiger Immobilienverwalter kann durchaus mit viel Berufszufriedenheit verbunden sein. Doch muss man diverse Fähigkeiten und Kenntnisse mitbringen, um diese zu erfahren. Zudem ist nicht jede WEG einfach, da sich unter den Wohnungseigentümern oftmals auch schwierige Charaktere befinden. Ausgeprägte soziale Fertigkeiten sind also unerlässlich, um eine hohe Motivation für die Selbstständigkeit zu erhalten.

Dabei ist das Berufsbild eines WEG-Verwalters überaus abwechslungsreich und vielfältig. Der Verantwortungsbereich ist breit gefächert und erfordert gerade deswegen die verschiedensten Kompetenzen, welche Sie in Ihrer Hausverwaltung bündeln müssen. Wer gerne administrative Dinge erledigt, eine technische wie juristische Fachkompetenz mitbringt, einen Blick für buchhalterische Dinge hat und vor allem gerne mit anderen Menschen zusammenarbeitet – für den kann eine Selbstständigkeit als Hausverwalter genau die richtige Entscheidung sein. In Vorbereitung auf die Entscheidung, ob man sich tatsächlich selbstständig macht, müssen jedoch eine Vielzahl an Dinge beachtet werden. Klären wir zunächst einmal, was Sie als WEG-Verwalter konkret im Berufsalltag erwartet!

Die klassischen Aufgaben eines Hausverwalters.

Die Aufgaben und Pflichten eines Hausverwalters können dem Wohnungseigentumsgesetz entnommen werden. Sind Sie als Verwalter einer WEG bestellt, sind Sie für die Verwaltung des Gemeinschaftseigentums zuständig, was ein besonderes Vertrauensverhältnis und auch Transparenz erforderlich macht. Der Wert des Gemeinschaftseigentums einer einzigen WEG liegt normalerweise im sechs- und nicht selten auch im siebenstelligen Bereich. Ihre Kernaufgabe ist es, die ordnungsgemäße Verwaltung dieses Eigentums sicherzustellen.

In der Selbständigkeit mit einer eigenen WEG Hausverwaltung müssen Sie ein breites Aufgabenspektum mit zahlreichen Verwalterpflichten wahrnehmen.
Die Mischung macht’s: Die Immobilienverwaltung ist ein vielfältiges Aufgabengebiet mit den verschiedensten Zuständigkeiten. Klären Sie vor der Gründung Ihrer eigenen Hausverwaltung, ob Sie wirklich alle Voraussetzungen mitbringen und wie Sie mit möglichen Problemen umgehen wollen und können.

Die Aufgaben eines WEG-Hausverwalters sind sehr vielfältig und können auch überaus fordernd und abwechslungsreich sein. Dabei gibt es seitens des Gesetzgebers klare Vorgaben, welche Aufgaben und Pflichten einem Verwalter zufallen. Diese ergeben sich vor allem aus dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG) und umfassen im Wesentlichen die folgenden Punkte für jede Gemeinschaft, für die Sie als Verwalter bestellt worden sind:

Das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) zählt die Aufgaben und Befugnisse eines Verwalters in § 27 Abs. 1 – 3 auf. Diese dürfen gem. Absatz 4 des gleichen Paragrafen nicht eingeschränkt werden. Achtung: Dabei verbietet § 27 Abs. 5 WEG die Nutzung von Treuhandkonten zur Verwahrung der WEG-Gelder. Zusätzliche Pflichten gegenüber der WEG können mit dem Verwaltervertrag festgelegt werden. Die Verwalterverträge lesen sich in der Regel sehr unterschiedlich und eine sehr gründliche Vorbereitung, wenn Sie Ihren Vertrag aufsetzen, ist so ziemlich das Allerwichtigste.

Gründen einer Hausverwaltung und Betreuung von WEG-Kunden parallel.
Die Gründung einer eigenen Hausverwaltung ist immer mit viel Arbeit verbunden. Parallel dazu müssen Sie sich einen guten Ruf bei den ersten von Ihnen betreuuten WEGs aufbauen. Das kann gerade in den ersten Jahren der Selbstständigkeit viel Nerven kosten. Dabei hält das Privatleben oftmals ebenfalls viele Verpflichtungen bereit. Viele Gründer unterschätzen leider den zeitlichen Aufwand, der erforderlich ist, um eine rentable Selbständigkeit aufzubauen.

Die Tätigkeit eines WEG-Hausverwalters setzt sich also aus organisatorischen, kaufmännischen, rechtlichen, aber auch technische Aufgaben zusammen. Dementsprechend müssen Sie über verschiedene Kompetenzen aus unterschiedlichen Bereichen verfügen, um die praktischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Hausverwaltung zu erfüllen. Setzen Sie sich am besten rechtzeitig mit dem Aufgabenspektrum in der Hausverwaltung auseinander und beantworten Sie für sich ehrlich die Frage, ob Sie diesem wirklich gewachsen sind. Eventuell bringen Sie in dem ein oder anderen Bereich Schwächen mit, was allzu verständlich ist, doch sollten Sie vor der Gründung Ihrer eigenen Hausverwaltung einen Plan haben, wie Sie an diesen arbeiten und wie Sie deren Auswirkungen minimieren können.

Jede Person hat ihre Stärken und Schwächen, so auch angehende Hausverwalter, die sich selbstständig machen wollen. Schwächen werden vor allem dann zu einem Problem in der Selbstständigkeit, wenn man sich ihrer nicht bewusst ist und wenn man vor allem nicht bereit ist, an diesen zu arbeiten. Eine eigene Hausverwaltung zu gründen und zu führen ,ist immer eine ganz besondere Erfahrung, mit der Sie Ihren fachlichen wie persönlichen Horizont deutlich erweitern können! Die Praxis unterscheidet sich deutlich von der Theorie.

Diese Voraussetzungen sollten Sie für eine Tätigkeit als selbstständiger Hausverwalter mitbringen!

Teilweise ist in den vergangenen Jahren der Eindruck entstanden, dass man für eine erfolgreiche Selbstständigkeit mit einer Hausverwaltung lediglich in eine gute Software investieren muss – und dass der Rest einfach von alleine läuft. Mit dieser Herangehensweise an die Selbstständigkeit wird es als Hausverwalter leider nicht klappen!

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Selbstständigkeit als Hausverwalter

Eine Strategie bzw. eine Businessplan sind eine der essenziellen Grundlagen, um erfolgreich selbständiger Hausverwalter zu werden.
Ein gutes Konzept bzw. ein realistischer Businessplan sind die Grundlage für eine Hausverwaltung, deren Wirtschaftlichkeit sich innerhalb des gewünschten Zeitraums etabliert. In der Immobilienverwaltung ist die Konkurrenz oftmals nicht gerade gering. Sie müssen Sie mit einem guten Marketing und effizienten, kostenoptimierten Prozessen durchsetzen. Geschönte Annahmen oder vernachlässigte Aspekte können leicht in den wirtschaftlichen Ruin führen. Am besten haben Sie auch einen Plan B, wenn es mit der Selbständigkeit im Immobiliensektor nicht klappen sollte.
  • Erfüllung der rechtlichen Voraussetzungen.
  • Ausreichend zeitliche Ressourcen.
  • Ausdauer und Frustrationstoleranz.
  • Genügend Kapital und / oder eine entsprechende Kreditwürdigkeit bei den Banken.
  • Ausformulierter Geschäftsplan bzw. eine maßgeschneiderte Strategie (Welche WEGs und wie viele sollen verwaltet werden? Preisgestaltung ? Ausgestaltung des Verwaltervertrags? Wo soll Ihre Hausverwaltung in 5 Jahren stehen?).
  • Detaillierter Überblick über den lokalen Wohnungsmarkt.
  • Kenntnisse in der Buchhaltung, in rechtlichen Belangen sowie technisches Verständnis und geeignete soziale Fertigkeiten.
  • Bereits bestehendes Netzwerk an Dienstleistern oder die Möglichkeit, ein solches zeitnah aufzubauen. Nicht zu unterschätzen, da gute Handwerker derzeit viel Vorlaufzeit benötigen!

Anhand der obigen Liste sehen Sie, dass für den erfolgreichen Aufbau einer eigenen Immobilienverwaltung Fachkenntnisse, persönliche Kompetenzen und vor allem Durchhaltevermögen gefragt sind. Fehlen Ihnen in Ihrem Portfolio einzelne Komponenten, kann es sich unter Umständen lohnen, über eine Kooperation mit einer weiteren Person, welche diese mitbringt, nachzudenken. In der Selbstständigkeit müssen Sie oftmals wichtige Entscheidungen treffen – und die Frage nach einer Kooperation ist von strategischer Bedeutung.
Eine gute Grundlage für eine angestrebte Selbstständigkeit ist natürlich das Vorliegen einer einschlägigen Berufsausbildung und am besten auch relevante Berufserfahrung, die Sie zuvor in einer Immobilienverwaltung aufgebaut haben. So beginnen Sie nicht bei Null und kennen bereits die üblichen Verfahren in der Verwaltung, inklusive der möglichen Fragen, mit denen Sie seitens der Eigentümer konfrontiert werden.

Übersicht – Einschlägige Berufe für die WEG Hausverwaltung

WEG Verwaltungssoftware reicht nicht aus, um erfolgreich als selbständiger Immobilienverwalter zu sein.
Ganz gleich, für welche konkrete Verwaltungstätigkeit Sie sich im Immobiliensektor entscheiden: Als Selbstständiger müssen Sie dafür administrative Tätigkeiten schon sehr mögen. Die Immobilienverwaltung lässt sich nicht ausschließlich durch den Kauf und die Verwendung von Verwaltungssoftware bewältigen. In Ihrer eigenen Hausverwaltung werden sich auf Dauer zahlreiche Aktenordner und mehrere Tausend Blatt Papier finden.
  • Immobilienkaufmann (Ausbildung)
  • Immobilienassistent (Ausbildung)
  • Kaufmann für Grundstücks- und Wohnungswirtschaft (Ausbildung)
  • Geprüfter Immobilienverwalter (Ausbildung)
  • Betriebswirtschaftslehre (Ausbildung an einer Berufsakademie oder Studium an einer Fachhochschulreife)
  • Immobilienfachwirt (Weiterbildung)

Mit einem der obigen Abschlüsse haben Sie es natürlich wesentlich einfacher, bei Ihren Kunden Kompetenz und Fachkenntnisse zu vermitteln, als wenn Sie als Quereinsteiger durchstarten. Dennoch handelt es sich um kein Muss. Wesentlich geringer als eine Berufsausbildung oder einem Studium sind hingegen die rechtlichen Vorgaben, um offiziell eine Hausverwaltung zu gründen. Diese niedrigen Hürden veranlassen viele ungeeignete Menschen, sich für eine Tätigkeit in der Hausverwaltung zu entscheiden.

Die rechtlichen Voraussetzungen, um Hausverwalter zu werden.

Erst seit dem 1. August 2018 gibt es eine Zulassungspflicht für Hausverwalter, welche jedoch grundsätzlich keine wirklichen Probleme im Hinblick auf die Gründung einer Hausverwaltung darstellen sollte. Erforderlich ist eine Erlaubnis nach § 34 c Gewerbeordnung, die jedoch keinen Sachkundenachweis verlangt. Ein solcher wäre gerade bei Quereinsteigern sehr gefürchtet gewesen. Die groß angekündigte Beschränkung von Voraussetzungen ist ausgeblieben, sodass nach wie vor auch weniger geeignete Kandidaten eine Hausverwaltung gründen können.

Übersicht – Anforderungen der Gewerbeordnung

Die rechtlichen Voraussetzungen, um selbständiger Hausverwalter zu werden bzw. eine eigene Immobilienverwaltung zu gründen, sind nicht als echte Hürden anzusehen. Eine Weiterbildungspflicht wurde jedoch eingeführt, der Sachkundenachweis nicht.
Um Hausverwalter werden zu können, müssen Sie einige Voraussetzungen mitbringen. Diese sind jedoch nicht als echte Hürden anzusehen, da der Sachkundenachweis noch immer nicht erforderlich ist. Jedoch wurde eine Pflicht zur Weiterbildung eingeführt, bei deren Nichteinhaltung Bußgelder drohen.
  • Nachweis der Zuverlässigkeit
  • Nachweis geordneter Vermögensverhältnisse
  • Nachweise des Abschlusses einer Berufshaftpflichtversicherung

In Ergänzung zu diesen Punkten wurde gleichzeitig eine Pflicht zur Weiterbildung für Wohnimmobilienverwalter (WEG-Verwalter und Mietverwalter) eingeführt. Diese sieht einen zeitlichen Weiterbildungsrahmen von 20 Stunden in 3 Jahren vor, der von dem WEG-Verwalter sowie einer ausreichenden Anzahl an vertretungsberechtigten Personen der Hausverwaltung wahrzunehmen ist. Bei Nichteinhalten können Bußgelder erhoben werden. Der wünschenswerte Sachkundenachweis bleibt nach wie vor aus.

Bei Null zu beginnen bringt nur selten den wirtschaftlichen Erfolg in der Hausverwaltung.

Vorerfahrung im Immobiliensektor ist bei der Gründung einer Hausverwaltung durch nichts zu ersetzen. Alles andere wäre überaus gewagt und könnte den wirtschaftlichen Misserfolg schon nach kurzer Zeit herbeiführen. Frust im Beruf ist dann natürlich ebenfalls vorprogrammiert, wenn es in keiner Weise so klappt, wie man es sich als angehender Hausverwalter vorgestellt hat.

Vorkenntnisse und Vorerfahrung als wichtige Voraussetzung, um erfolgreich mit einer Hausverwaltung in die Selbständigkeit zu gehen.
Zu einem guten Konzept für Ihre Selbständigkeit im Immobiliensektor gehört vor allem, dass Sie nicht bei Null beginnen. Als Quereinsteiger ohne jegliche Vorerfahrung ist die Wahrscheinlichkeit, mit der eigenen Hausverwaltung erfolgreich zu sein, überaus gering.

Die Gründung einer eigenen Existenz will wohl überlegt sein und sollte in der Regel nicht von heute auf morgen getroffen werden. Dafür steht schlichtweg zu viel auf dem Spiel. Die Verwaltung von WEG-Immobilien bietet aufgrund der in der Einleitung genannten Gründe natürlich eine attraktive Möglichkeit dar, um sich selbstständig zu machen.

Die Möglichkeiten, eine Hausverwaltung zu gründen: Rechtsformen!

Für Ihre Selbstständigkeit stehen Ihnen unterschiedlichste Rechtsformen zur Verfügung. Keine davon ist nur mit Vorteilen oder mit Nachteilen verbunden, sodass es immer darum geht, einen Kompromiss zu finden.

Bevor Sie sich als Hausverwalter selbstständig machen, müssen Sie sich für eine konkrete Rechtsform entschieden haben. Die unterschiedlichsten Rechtsformen haben stets Vor- und Nachteile, sodass es darum geht, jene Form zu finden, welche für Sie persönlich die geringsten Nachteile bei maximalen Vorteilen mit sich bringt.

Übersicht möglicher Rechtsformen für eine Hausverwaltung

Wenn Sie eine Hausverwaltung im Immobiliensektor gründen, müssen Sie sich als Selbständiger für eine Rechtsform entscheiden: Einzelunternehmen, GbR, UG, GmbH.
Die GmbH ist nur eine der möglichen Rechtsformen, für die Sie sich bei der Gründung einer eigenen Hausverwaltung entscheiden können. Ein Vorteil der GmbH ist, dass diese bei Kunden im Allgemeinen einen guten Ruf genießt.
  • Einzelunternehmen: einfach in administrativer Hinsicht, keine Kapitaleinlage erforderlich, volle Haftung mit dem privaten Vermögen.
  • Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt): beschränkte Haftung, mind. € 1,00 Einlage in die Gesellschaft, Haftung nur mit dem Vermögen der Gesellschaft.
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH): beschränke Haftung, € 25.000 Einlage in die Gesellschaft, genießt guten Ruf bei Kunden, Haftung nur mit dem Vermögen der Gesellschaft.

Welche Rechtsform sich konkret für Sie als Gründer einer Hausverwaltung lohnt, ist wesentlich von Ihrer konkreten Situation und Ihren beruflichen Zielen abhängig. Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist für einen WEG-Hausverwalter im Übrigen nicht zulässig. Eine ausführliche Beratung durch einen Steuerberater oder Steueranwalt ist überaus empfehlenswert.

Ein geeignetes Geschäftsmodell für Ihre Hausverwaltung entwickeln und umsetzen!

Um als selbstständiger Hausverwalter erfolgreich zu sein, müssen Sie sich mit Ihrer Hausverwaltung auf geeignete Weise markttechnisch positionieren. Die Konkurrenz schläft nicht – und wird ebenfalls um neue Kunden kämpfen!

Tipps, wie Sie ein geeignetes Konzept entwickeln, um sich im Immobiliensektor mit der Betreuung von WEGs als Hausverwalter selbständig machen können.
Ein Geschäftsmodell für eine eigene Immobilienverwaltung zu entwickeln, kostet in der Regel viel Zeit. Anbei einige Tipps, worauf Sie achten sollten.

Bevor Sie sich endgültig zur Gründung einer eigenen Hausverwaltung entschließen, sollten Sie den lokalen Markt analysieren und Ihre Chancen, sich dort als selbstständiger WEG-Verwalter zu etablieren, als zumindest gut eingestuft haben. Sie müssen die wesentlichen Prozesse erfasst haben und sich über den Aufwand zur Verwaltung einer WEG bewusst sein, damit Sie Ihr Geschäft skalieren können. Nur mit schlanken Prozessen und wenigen Beeinträchtigungen, welche sich oftmals aus eigenen Fehlern in der Verwaltung der betreuten WEGs ergeben, wird Ihre Hausverwaltung auf Dauer rentabel sein. Ferner sollten Sie sich ein Ziele hinsichtlich des Wachstums Ihrer Hausverwaltung setzen und auch definieren, wann vorerst keine neuen WEGs mehr angenommen werden sollen. Einige typische Fehler gilt es im Rahmen der Gründungsphase unbedingt zu vermeiden!

Typische Fehler bei der Planung einer Selbstständigkeit im Immobiliensektor

Das sind die typischen Fehler, die passieren können, wenn Sie sich im Bereich der Immobilienverwaltung selbständig machen wollen.
Auf dem Weg zu einer funktionierenden und rentablen Hausverwaltung lauern viele Fehler, die es zu vermeiden gilt. Auch, wenn man sich dessen bewusst ist, gibt es kaum eine Selbständigkeit, bei der keine Fehler vorgekommen wären. Man muss jedoch rechtzeitig gegensteuern, wenn Probleme hochkommen.
  • Die Ausgaben bzw. Nebenkosten werden zu gering geschätzt und / oder Kostenpositionen schlichtweg übersehen.
  • Man weiß nicht, ab welcher Anzahl an WEGs die Rentabilität der eigenen Hausverwaltung gesichert ist und setzt den Preis pro WEG/Jahr als zu niedrig an.
  • Die eigenen Fähigkeiten, und insbesondere das Durchhaltevermögen, werden überschätzt.
  • Man vernachlässigt die Auswirkung einer Selbstständigkeit auf das Privatleben und die persönlichen Beziehungen – als Hausverwalter sind Sie mitunter 24h/ Tage die Woche erreichbar.
  • Man geht eine Kooperation mit einem unzuverlässigen Geschäftspartner ein oder unterschätzt die Vorlaufzeiten bei guten Handwerkern.
  • Der Immobilienmarkt wurde nicht ausreichend analysiert und / oder Sie verstehen die Ansprüche bzw. Erwartungen der Wohnungsbesitzer nicht in Gänze.
  • Man setzt auf einen zusammengebastelten Verwaltervertrag, anstatt einen Anwalt mit der Formulierung eines entsprechenden Musters zu betrauen, sodass sich rechtliche Fallstricke oder sonstige Nachteile ergeben.
  • Es liegen keine Ideen vor, wie mit schwierigen Eigentümern oder übergriffigen Verwaltungsbeiräten umzugehen ist und ab wann ein Eskalationsprozess durchlaufen werden muss.
  • Die Konkurrenz und deren Fähigkeit zur Vermarktung werden unterschätzt.
  • Es fehlt an einem Profil sowie an einem Alleinstellungsmerkmal, um für WEGs zu den attraktiven Hausverwaltungen gezählt zu werden.
  • Die Bedeutung der eigenen Internetpräsenz sowie die Suchmaschinenoptimierung werden nicht gesehen.

Übersicht – übliche Kosten für eine eigene Hausverwaltung

Ob es sich lohnt, sich als Immobilienverwalter selbständig zu machen, hängt vor allem vom Verhältnis von Einnahmen zu Ausnahmen ab und wie gut Sie im Marketing sowie im Kundenservice sind.
Auch müssen Sie als Selbständiger stets die Kosten Ihrer Verwaltung im Blick haben. Es gilt, ein optimales Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben zu finden. Dazu müssen Sie für Ihre Verwalterleistung ein geeignetes Entgelt finden, mit dem Sie trotzdem Konkurrenz fähig sind.
  • Gründungskosten (z. B. Gewerbeschein, Beratung durch Anwalt und / oder Steuerberater, Erstellung eigenes Logo und Briefvorlagen usw.)
  • Miete / Mietkaution oder Kaufkosten für ein Büro
  • Büroeinrichtung (Möbel, Büroutensilien, Schreibmaterial, Papier usw.)
  • Laufende Ausgaben für das Büro (z. B. Mietnebenkosten, Hausgeld, Wasser und Strom)
  • IT-Ausstattung (Computer, Monitore, Internetanschluss, Netzwerk, Software usw.)
  • Marketingkosten (Werbemittel, Online Marketing bzw. SEO usw.)
  • Ausgaben für mögliche Angestellte (Gehalt, Versicherungsbeiträge usw.)
  • Versicherungsbeiträge (Berufshaftpflichtversicherung, Büroversicherung, Rechtsschutzversicherung, gesetzliche Unfallversicherung, Versicherungsbeiträge für Mitarbeiter usw.)
  • Reparaturkosten (defekte Geräte, beschädigte Möbel usw.)
  • Fahrtkosten (eigenes Fahrzeug, Geschäftsfahrzeug, Leasingfahrzeug usw.)
  • Weiterbildungskosten (für sich selbst, für Mitarbeiter)

Die obige Liste stellt nur eine kleine Auswahl an Ausgaben dar, welche in Ihrer Selbstständigkeit auf Sie zukommen. Üblicherweise werden noch zusätzliche Kosten hinzukommen, an die Sie bisher gar nicht gedacht haben.

In der Selbständigkeit als WEG Hausverwalter bzw. Immobilienverwalter ist es vor allem notwendig, das Vertrauen der Eigentümer zu gewinnen und so möglichst viele WEGs zu halten und bei Bedarf neue hinzuzunehmen.
Gewinnen Sie das Vertrauen der Wohnungseigentümer und verspielen Sie es nicht leichtfertig! Nur mit einer guten Kundenbindung werden Sie als Hausverwalter eine ausreichend große Anzahl an WEGs betreuuen können, welche dann für den notwendigen Umsatz sorgen.

Vor allem den Faktor Kundenservice dürfen Sie als WEG-Hausverwalter keinesfalls vernachlässigen. Nur mit einem Service, welche die Miteigentümer der von Ihnen betreuten WEGs als zumindest gut wahrnehmen, können Sie Ihren bisherigen Kundenstamm erhalten, Weiterempfehlungen bekommen und unter Umständen ausbauen. In Bezug auf das Wachstum müssen Sie zudem wissen, wann vorerst Schluss sein soll. Es bringt einfach nichts, als selbstständiger Hausverwalter alle möglichen Kunden anzunehmen und auf unnatürliche Weise so groß zu werden, dass man seinen Aufgaben und Pflichten gar nicht mehr nachkommen kann. An dieser Stelle sei ein gesundes Wachstum der Selbstständigkeit anzuraten. In der Praxis kommt es häufig vor, dass Hausverwalter Ihre gut laufende Verwaltung aufgrund von zu vielen Neukunden überlasten und nicht mehr den Aufgaben nachkommen können – ganz zu lasten der Qualität.

Die Zufriedenheit der Wohnungsbesitzer der von Ihnen betreuten WEGs sollte Ihnen ein echtes Anliegen sein – ebenso, das Hausgeld inklusive der Zuführung zur Instandhaltungsrücklage möglichst niedrig zu halten. Nur, wenn Sie im Kundenservice und in weiteren Disziplinen wie der Durchführung von Eigentümerversammlungen glänzen, werden Sie sich in Ihrer Region einen guten Ruf als Hausverwalter aufbauen können.

Warum Networking für eine erfolgreiche Hausverwaltung erforderlich ist!

Ohne ein belastbares Netzwerk mit kompetenten Ansprechpartnern fehlt Ihnen eine wichtige Grundlage, um als WEG-Verwalter erfolgreich und für die WEGs zufriedenstellend agieren zu können.

Als Hausverwaltung benötigen Sie gute Handwerker, um Ihre WEGs auch in schwierigen Schadensfällen kompetent zu betreuen.
Jede Hausverwaltung ist auf gute und vor allem zuverlässige Handwerker angewiesen. Haben Sie keinen guten Draht zu den regionalen Ansprechpartnern, werden Ihre WEGs dies schnell zu spüren bekommen. Um den damit verbundenen Ärger zu vermeiden, ist es überaus sinnvoll, rechtzeitig einen Pool an geeigneten Handwerkern aufzubauen. Niemand mag schlechte gelaunte Handwerker, die unter Umständen zudem noch fachlich ein Reinfall sind.

Als Hausverwalter sind Sie zur Ausübung Ihrer Tätigkeit zwingend auf weitere Dienstleister angewiesen. Selbst, wenn Sie einen eigenen Hausmeister anstellen, der für die von Ihnen betreuten WEGs diverse handwerkliche Aufgaben erledigt, werden Sie immer an den Punkt kommen, dass Sie im Namen einer WEG externe Dienstleister beauftragen müssen. Gerade bei größeren Vorhaben, welche per Beschluss gefasst wurden und aus der Instandhaltungsrücklage zu begleichen sind, müssen Sie sich auf Dritte verlassen. Dies beginnt schon damit, dass Sie einen Pool an Dienstleistern benötigen, um die üblichen drei Angebote einzuholen, welche ab einer bestimmten Beauftragungssumme erforderlich sind!
Bei kritischen Schadensfällen wie beispielsweise einem Wasserschaden, müssen Sie als zuständiger Hausverwalter sehr schnell handeln und auf einen kompetenten Handwerker zurückgreifen können. Hat Ihre Hausverwaltung keine guten Kontakte zu lokalen Handwerkern oder ist ihr Ruf sogar sehr schlecht bei Dienstleistern, wird es schwierig, in solchen Fällen zu fairen Preisen eine Problemlösung herbeizuführen. Wenn Sie es sich mit allen Handwerkern Ihrer Region verscherzt haben, stört dies Ihren Geschäftsbetrieb erheblich und hat sogar das Potenzial, Ihr Geschäft auf Dauer zu ruinieren, wenn die WEGs davon Wind bekommen.

Als Hausverwalter müssen Sie mit den verschiedensten Menschen zusammenarbeiten und benötigen in vielen Bereichen externe Hilfe. Wenn Sie hier keine große Auswahl haben oder man nicht gerne mit Ihnen zusammenarbeitet, werden Sie mit Ihrer Hausverwaltung vermutlich nicht sonderlich erfolgreich sein. Es ist somit wichtig, ein gutes Netzwerk zu pflegen, ohne dieses in Klüngelei ausarten zu lassen.

Sich mit Weiterbildungen im Immobilienbereich auf einem aktuellen Stand halten!

Nicht nur der Gesetzgeber erwartet von Ihnen, dass Sie sich weiterbilden – auch Ihre Kunden, die Miteigentümer der WEGs, haben mitunter hohe Ansprüche an Ihre fachliche Kompetenz. Sie müssen sich mit den rechtlichen Auswirkungen von Beschlüssen auskennen und oftmals auch eine beratende Funktion übernehmen, wenn eine WEG sich per Beschluss selbst schaden würde.

Seit 1. August 2018 gibt es eine Weiterbildungspflicht für Hausverwalter und bestimmte Angestellte bzw. Mitarbeiter von Hausverwaltungen.
Erst seit wenigen Monaten gibt es eine Weiterbildungspflicht für Hausverwalter. Versuchen Sie solche Weiterbildungsmaßnahmen zu finden, die Ihnen einen wirklichen Mehrwert bringen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss auch hier stimmen.

Das Thema Weiterbildung wird leider durch viele Hausverwalter und solche, die es werden wollen, vernachlässigt. Dies liegt vermutlich daran, dass Weiterbildungen Geld und Zeit kosten. Doch kann sich ein Engagement in diesem Bereich schon mittelfristig für Ihr Geschäft auszahlen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die WEG-Hausverwaltung unterliegen regelmäßigen Änderungen und auch in Bezug auf die IT tut sich viel. So kann die Bereitstellung eines Informationsportals für Ihre Website, auf dem sich die Miteigentümer der von Ihnen betreuten WEGs einloggen können, um Dokumente und Termine abzurufen, eine deutliche Erleichterung Ihres Tagesgeschäfts bedeuten. Solche Entscheidungen setzen jedoch ausreichend Informationen voraus, die Sie nur haben, wenn Sie fachlich auf dem Laufenden bleiben. Seit dem 1. August 2018 sind ohnehin Weiterbildungen nachzuweisen, sodass Sie als selbstständiger Hausverwalter gar nicht darum herum kommen, selbst Weiterbildungen zu absolvieren und auch Mitarbeitern die Teilnahme anzuordnen. Auch an dieser Stelle sei darauf verwiesen, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen sollte, denn über die Steuererklärung können Sie zwar die Kosten für die Weiterbildung geltend machen – jedoch zahlen Sie dafür de facto immer drauf.

Warum es sich nicht lohnt, auf unseriöse Weise den Umsatz aus der Hausverwaltung zu maximieren!

Mit einem Ruf als professioneller, zuverlässiger und ehrlicher Hausverwalter schaffen Sie eine wichtige Vertrauensbasis, um den bestehenden Kundenstamm Ihrer Hausverwaltung zu erhalten und bei Bedarf neue Objekte zu übernehmen.

Fehlende Seriosität lohnt sich für eine Selbstständigkeit im Bereich der WEG-Verwaltung nichgt.
Die pure Gier nach möglichst viel Geld hat schon viele Selbständige auf dem Gewissen. Gerade im Bereich der Hausverwaltung lohnt es sich nicht, auf unseriöse Methoden zurückzugreifen, um die Einnahmen zu maximieren. Wer überteuerte Versicherungen an seine WEGs verkauft, um saftige Provisionen abzukassieren, muss sich nicht wundern, wenn das Vertrauen auf der Strecke bleibt. Oftmals reicht auch der Verkauf einer Wohnung aus, um zukünftig einen kritischen Eigentümer in den Eigentümerversammlungen zu haben, der unseriöse Machenschaften erkennt und dagegen vorgeht.

Manche Leute werden bei Geld geradezu schwach. Die heutige Gesellschaft trägt mit Sicherheit dazu bei, dass Reichtum mit Ansehen und Anerkennung verknüpft wird. Wer sich mit einer Hausverwaltung selbstständig macht, hat natürlich das Ziel, einen möglichst hohen jährlichen Gewinn vor Steuer zu generieren, um zum einen die Existenz der Selbstständigkeit abzusichern und natürlich um über ein ausreichendes Einkommen zu verfügen. Dabei sollte man jedoch nicht den Faktor der Berufszufriedenheit vernachlässigen, denn Geld alleine macht nur selten glücklich – so auch im Kontext der Verwaltung von WEG-Immobilien. Eine Balance zwischen Gewinnmaximierung und Kundenservice bzw. Professionalität ist hier mit Sicherheit deutlich erstrebenswerter, als die reine Priorisierung des Geldes bei Vernachlässigung der eigenen Verwalterpflichten. Eine solide und nicht zu beanstandende Verwalterleistung ist somit eine der wesentlichen Grundlagen für den nachhaltigen Erfolg mit der eigenen WEG-Verwaltung. Leider sieht die Praxis oft anders aus.

Wen die Gier nach leicht verdientem Geld antreibt, wird mittel- und langfristig vermutlich keinen Erfolg in der Hausverwaltungsbranche finden. Es besteht immer die Gefahr, dass fragwürdige Geschäftsmethoden herauskommen. Eine Immobilie mit einem neuen kritischen Eigentümer reicht aus, um das ganze Kartenhaus zum Kollaps zu bringen. Nicht selten wurde entdeckt, dass statt WEG-Konten Treuhandkonten von Verwaltungen genutzt wurden. Ihre Kunden sind Sie dann schneller los, als Ihnen lieb ist. Mühe und Professionalität zahlen sich aus: Nicht umsonst heißt es, dass Selbstständigkeit damit gleichzusetzen ist, dass man „ständig alles selbst“ machen muss.

Steit und Ärger mit schwierigen Wohnungseigentümern aus den von Ihnen betreuten WEGs gehören zum Alltag als selbständiger Hausverwalter.
Wer unseriös ist, muss sich nicht wundern, wenn es ständig Ärger mit kritischen Eigentümern gibt, denen man keine wirklichen Argumente entgegensetzen kann. Der Umgang mit schwierigen Wohnungseigentümern ist schon stressig genug, sodass Sie als Hausverwalter keine weiteren Probleme benötigen. Halten Sie Ihr Geschäft sauber und Sie bleiben unangreifbar!

Doch selbst, wenn Geld eine wichtige Rolle spielt und man den Gewinn komme was wolle maximieren möchte, lohnt es sich ebenfalls nicht, auf unseriöse Methoden zurückzugreifen. Es reicht oftmals ein Eigentümerwechsel aus – und die ganzen Verfehlungen kommen zu Tage. In solchen Fällen können auch Verwaltungsbeiräte, deren Unterstützung man trotz eigener Verfehlungen sicher ist, nicht auffangen. So kann es einem fragwürdigen Verwalter schnell passieren, dass dieser WEGs verliert und zugleich einen schlechten Ruf aufbaut. Lohnt es sich da, die ein oder andere Versicherung für eine Provision von ein paar Hundert Euro auf intransparente Weise an den Mann bzw. an die WEG zu bringen? Lohnt es sich, überteuerte Handwerkerrechnungen zu präsentieren, um den externen Dienstleistern Gefälligkeiten zu erweisen und selbst zu profitieren? Wohl kaum.

Unseriöses Geschäftsgebaren führt sehr leicht zu einem schlechtem Ruf. Dieser wiederum kann sich für eine Selbstständigkeit in katastrophaler Weise auswirken und innerhalb weniger Monate den wirtschaftlichen Ruin zur Folge haben. Gerade der Bereich der Hausverwaltungen lockt leider viele schwarze Schafe an.

Ungenügende Verwalterleistungen sprechen sich zudem herum, wobei diese auch leicht im Internet veröffentlicht werden können. Ist der Ruf erst einmal ruiniert, wird es schwierig, neue WEGs zu gewinnen und somit wichtigen Umsatz zu generieren. Auf mögliche zivilrechtliche Schadensersatzansprüche sowie auf potenzielle strafrechtliche Konsequenzen wollen wir an dieser Stelle gar nicht eingehen.

Als selbstständiger Hausverwalter müssen Sie an einen ausreichenden Versicherungsschutz denken!

Als selbständiger Immobilienverwalter benötigen Sie auch einen passenden Versicherungsschutz. Dabei ist die Berufshaftpflichtversicherung zwingend erforderlich.
Das Thema Versicherungsschutz sollten Sie als Selbstständiger nicht auf die leichte Schulter nehmen. Eine der Zulassungsvoraussetzungen ist bereits das Vorliegen einer Berufshaftpflichtversicherung. Für welche Form der Krankenversicherung Sie sich in etwa entscheiden, ist Ihnen selbst überlassen.

Verpflichtend für Immobilienverwalter ist das Vorliegen einer Berufshaftpflichtversicherung, doch gibt es weitere Versicherungen, deren Abschluss erforderlich sein kann. Sobald Sie Angestellte in Ihrer Hausverwaltung beschäftigen, kommt auch die gesetzliche Unfallversicherung zum Tragen. Neben dem Ausfüllen von Formularen bedeutet dies vor allem die Entrichtung von Beiträgen, damit Ihre Angestellten vor Berufsunfällen geschützt sind. Eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung ist ebenfalls eine sehr sinnvolle Angelegenheit.
In Bezug auf sich selbst müssen Sie sich natürlich für eine Form der Krankenversicherung entscheiden. Als Selbstständiger haben Sie die Auswahl zwischen einer privaten Krankenversicherung sowie einer freiwillig gesetzlichen. Beide Optionen haben klare Vor- und Nachteile, die man gegeneinander abwägen sollte. Bei der privaten Krankenversicherung sollte man berücksichtigen, dass diese für jüngere Versicherte oftmals recht günstig erscheinen, mit zunehmenden Alter jedoch erhebliche Beiträge erheben, die gerade in der Rente zu einer echten Belastung werden können. Die gesetzliche Krankenversicherung ist beispielsweise insbesondere aufgrund der unentgeltlichen Familienversicherung dann attraktiv, wenn Sie Angehörige haben, die keiner eigenen beruflichen Tätigkeit nachgehen.

Ob sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung lohnt, ist eine Frage, die sich nur individuell beantworten lässt. Diese wird natürlich auch von Ihrer familiären Situation beeinflusst.

Wie sinnvoll eine Berufsunfähigkeitsversicherung tatsächlich ist, müssen Sie für sich selbst klären. Dabei sollten Sie die Kosten und die Leistungen einer solchen Versicherung berücksichtigen und vorab auch prüfen, welche Zahlungen Ihnen gemäß der gesetzlichen Rentenversicherung im Fall der Berufsunfähigkeit zustehen. Die verschiedenen Anbieter haben in der Regel sehr unterschiedliche Konditionen, die teilweise erheblich voneinander abweichen.

Die Steuer: Der große Unsicherheitsfaktor und potenzielle „Killer“ in der Selbstständigkeit…

Die verschiedenen Steuererklärungen sind heute komplexer denn je, sodass schon fast eine jede Hausverwaltung auf einen professionellen Steuerberater angewiesen ist, um keine Probleme mit dem Finanzamt zu bekommen. Dieser wird Ihnen auch raten, ausreichend Reserven zu bilden. Unterschätzen Sie auch nicht den administrativen Aufwand, um dem Steuerberater alle erforderlichen Unterlagen zukommen zu lassen!

Steuern und Ausgaben für eine eigene Hausverwaltung schmälern den Gewinn - oftmals trotz gutem Umsatz.
Das Finanzamt ist vor allem für eine Sache bekannt: Es versteht keinen Spaß. Dies bedeutet, dass Sie stets über ausreichend Rücklagen verfügen müssen, wenn Sie unerwartete Steuernachzahlungen oder -vorauszahlungen leisten müssen. Als Selbständiger lernt man die Steuer von einer ganz anderen Seite kennen, als man dies beispielsweise als Angestellter erfahren hat. Was im Endeffekt vom Umsatz übrig bleibt, erscheint nicht selten sehr gering, wenn man die Prozente einmal ausrechnet. Viele Institutionen und Personen langen kräftig zu!

Die Steuer hat nicht wenige Selbstständigkeiten auf den Gewissen und hat schon den ein oder anderen Hausverwalter in den wirtschaftlichen Ruin getrieben. Ein Entgegenkommen seitens dieser staatlichen Institution sollten Sie auf keinen Fall in Ihre Kalkulation miteinbeziehen. Bilden Sie bereits frühzeitig ausreichend finanzielle Reserven, um unerwartete Steuernachzahlungen oder Vorauszahlungen ohne Probleme leisten zu können. Leider setzen noch viel zu viele Selbstständige die Zahlungseingänge auf den Geschäftskonten mit dem Einkommen gleich. Als Daumenregel lässt sich ganz grob sagen, dass vom Umsatz nur etwa die Hälfte übrig bleibt. Sind die Ausgaben Ihrer Hausverwaltung überdurchschnittlich hoch, kann es sogar noch weniger sein.

Relevante Steuerarten

  • Umsatzsteuer
  • Gewerbesteuer
  • Einkommenssteuer

Es sind nicht nur diese Steuern, welche den eigenen Gewinn als WEG-Hausverwalter schmälern. Als Selbstständiger werden Sie ohnehin schnell merken, dass grundsätzlich viele Institutionen und Personen „die Hand aufhalten“ werden!

Die Selbstständigkeit als Hausverwalter im Fazit: Vieles muss stimmen!

Für manche Menschen ist die Selbstständigkeit genau richtig, während andere sich in einem Angestelltenverhältnis am wohlsten fühlen. Beides ist möglich, wenn Sie in der Verwaltung von Wohnungseigentümergemeinschaften oder in anderen Bereichen des Immobiliensektors arbeiten möchten.

Im Fazit kann die Gründung einer Hausverwaltung sehr sinnvoll sein - insbesondere, wenn sich diese gut skalieren lässt.
Mit der richtigen Strategie, einem ausgeprägten Durchhaltevermögen und mit etwas Glück kann sich die Gründung einer eigenen Hausverwaltung voll und ganz auszahlen. Neben dem reinen Gewinn ist es wichtig, dass Sie ebenfalls mit Ihrem Beruf zufrieden sind. Der Faktor Berufszufriedenheit wird leider von vielen Gründern und Selbstständigen unterschätzt. Sie wollen mit Ihrer Selbständigkeit schließlich glücklich werden!

Der Traum, eine eigene Hausverwaltung zu gründen und einen großen Stamm an Wohnungseigentümergemeinschaften als bestellter Verwalter zu betreuen, kann Realität werden. Eine einschlägige Berufsausbildung ist nicht erforderlich, jedoch sehr empfehlenswert – ebenso wie relevante Berufserfahrung bzw. praktische Einblicke in Verwaltungsangelegenheiten, besonders bezüglich Eigentümerversammlungen. Trotzdem kann man sich aber auch als Quereinsteiger erfolgreich selbstständig machen, wenn man das erforderliche Wissen in Bezug auf das WEG und ein Händchen für administrative Tätigkeiten mitbringt.

Der Erfolg Ihrer eigenen Immobilienverwaltung hängt maßgeblich von der Region sowie der von Ihnen anvisierten Kunden ab. In manchen Gegenden ist es leicht, sich als WEG-Verwalter zu etablieren, in anderen ein Ding der Unmöglichkeit. Bedenken Sie auch bauliche Zustände, und ob Sie überhaupt geeignete Handwerker finden. Für denkmalgeschützte Villen benötigen Sie andere Dienstleister als für Plattenbausiedlungen – oder auch: Handwerker aus der Großstadt kommen unter Umständen mit den schiefen Balken von Fachwerkhäusern alter Kleinstädte nicht klar.

Eine eigene Website und eine gute Suchmaschinenoptimierung sind heute Pflicht für jeden, der sich im Immobiliensektor selbständig machen möchte.
Viele Hausverwalter vergessen leider die Bedeutung des Internets für ein zielführendes Marketing. Mit einer ansprechenden Webpräsenz und guten Bewertungen bei Google haben Sie ein gute Grundlage, um neue WEGs zu Ihrem Bestand hinzugewinnen zu können. Das Thema SEO werden wir auf Hausverwaltung-Ratgeber.de ebenfalls behandeln.

Damit eine Hausverwaltung wirtschaftlich ist, müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Dies setzt eine solide Marktanalyse sowie das Wissen über jene Bereiche voraus, für die man externe Unterstützung benötigt. Für eine solche Zuarbeit kann man externe Dienstleister beauftragen, Angestellte einstellen oder eine Kooperation mit einem weiteren Selbstständigen eingehen. Welche Option am sinnvollsten ist, wird von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Daneben ist es wichtig, dass der Markt ausreichend WEGs hergibt, die einen neuen Verwalter suchen. Somit müssen in der Region, in der Sie sich mit Ihrer Hausverwaltung selbstständig machen wollen, neue WEG-Wohnanlagen entstehen oder etablierte Hausverwaltungen in absehbarer Zeit schließen. Sind Kunden gewonnen, wollen diese mit einem einwandfreien Kundenservice und einem stimmigen Preis-Leistungs-Verhältnis gehalten werden, was viel Ressourcen und eine solide Verwaltungsleistung bedarf.

Vor der endgültigen Entscheidung, sich selbstständig zu machen, müssen Sie ein realistisches und nachhaltiges Geschäftsmodell entwickelt haben. Die Wirtschaftlichkeit Ihrer Hausverwaltung muss spätestens nach ein paar Jahren nach der Gründung gewährleistet sein.

Tipps und Hinweise für eine erfolgreiche Selbständigkeit mit einer Immobilienverwaltung in Deutschland.
Für Ihren Weg in die Selbständigkeit mit einer Hausverwaltung wünsche ich Ihnen viel Glück und den angestrebten Erfolg!

Vergessen dürfen Sie auch nicht, dass sich bei der Wahl einer nachhaltigen Geschäftsstrategie der Erfolg erst peu a peu einstellen wird und Sie die Zeit bis dahin finanziell überbrücken können. Sie benötigen also ausreichend eigene Rücklagen oder müssen auf Kredite einer Bank zurückgreifen. Von den Einnahmen Ihrer Hausverwaltung wird ein erheblicher Teil für verschiedenste Ausgaben und vor allem für die Steuer abfließen. Damit am Ende für Sie mehr übrig bleibt, kann es nur Ihr Ziel sein, die internen und externen Prozesse kontinuierlich zu optimieren und wo immer es möglich ist, Geld einzusparen – nicht nur beim Hausgeld der WEGs.
Haben Sie die Gründungsphase mit Ihrer Immobilienverwaltung überstanden, kann es sich um ein lukratives Geschäft handeln, das viel Berufszufriedenheit und ein attraktives Auskommen ermöglicht. Für die Entscheidung, ob Sie sich als Hausverwalter selbstständig machen, oder doch lieber als Angestellter im Immobiliensektor agieren möchten, sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen und alle Vorteile sowie Nachteile gegeneinander abwägen. Sollten Sie sich für den Weg in die Selbstständigkeit entscheiden, wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

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