Was Besichtigungstourismus ist und wie man sich davor schützen kann!

Was ist Besichtigungstourismus und wie können Sie diesen mit geeigneten Maßnahmen vermeiden bzw. sich davor schützen?

Wer eine Immobilie – ob Haus oder Eigentumswohnungverkaufen möchte, will natürlich einen möglichst hohen Verkaufspreis erzielen und freut sich daher in aller Regel über viele Interessenten. Je mehr Interessenten, umso attraktiver das Angebot und das Potenzial, einen Bestpreis zu erzielen. Diese Rechnung geht leider nur auf den ersten Blick auf, denn heutzutage gibt es nach wie vor eine Entwicklung, die bei Verkäufern und bei Immobilienmaklern gefürchtet ist: Besichtigungstourismus, oder Wohnungstourismus, wie diese unschöne Erscheinung auch genannt wird. Was man darunter versteht und welche Maßnahmen Sie ergreifen können, um dem vorzubeugen, das erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Was ist Besichtigungstourismus?

Besichtigungs- oder Wohnungstouristen sind Menschen, die man nicht in den eigenen vier Wänden haben möchte. Die Besichtigungstermine bedeuten im Falle dieser „Tourismusform“ Zeitverschwendung für Verkäufer, Makler und echte Kaufinteressenten.

Beim Verkauf einer Immobilie kann man das Opfer von Besichtigungstourismus bzw. Wohnungstourismus werden.
Interessante Immobilien ziehen viele Menschen an – leider nicht immer die richtigen. Wohnungstouristen oder Besichtigungstouristen sind Menschen, die sich eine Immobilie zeigen lassen, ohne diese wirklich kaufen zu wollen oder zu können.

Unter Besichtigungstourismus versteht man einen Vorgang, bei dem ein Kaufinteressent oder oftmals mehrere Interesse an einer Immobilie bekunden, obwohl sie diese gar nicht kaufen wollen oder können. Dies bedeutet, dass bei einem Besichtigungstouristen im Gegensatz zu einem „echten“ Kaufinteressenten eine andere Motivation bestehen muss. Die Gründe dafür sind vielfältig und von Einzelfall zu Einzelfall auch sicherlich unterschiedlich. Anbei finden Sie eine Liste mit möglichen Ursachen, die dazu führen, dass eine Person zu einem Besichtigungstouristen wird.

Mögliche Motivation für Besichtigungstouristen – Übersicht

  • Man möchte endlich einmal sehen, wie der Nachbar wohnt und was er sich privat so leisten kann.
  • Man möchte die eigene Lebensweise mit der von anderen Menschen vergleichen.
  • Man ist besonders neugierig und möchte gerne wissen, wie andere Menschen leben und einen Einblick in deren persönlichste Bereiche erhalten.
  • Man gefällt sich in der Rolle eines solventen potenziellen Immobilienkäufers und nutzt unter Umständen die Gelegenheit, um sich während einer Besichtigung aufzuspielen und etwas darzustellen, was man vielleicht gar nicht ist.
  • Man nimmt eine Begleitung mit und möchte diese beeindrucken.
  • Man freut sich insgeheim darüber, dass die anderen auf einen hereingefallen sind und kann sich vielleicht sogar noch fordernd verhalten.
  • Man hat Langeweile und weiß mit der eigenen Zeit nichts Besseres anzufangen.

Die Ursachen für Wohnungstourismus sind vielfältig und nicht alle muss man nachvollziehen können. Allen gemein ist, dass sie einem Verkäufer Zeit kosten.

Ein erfahrener und guter Immobilienmakler ist ein guter Schutz vor Wohnungs- bzw. Besichtigungstourismus.
„Warum nicht mal eine interessante Wohnung besichtigen und sich noch auf einen Kaffee einladen lassen?“ So oder so ähnlich könnten sich Wohnungstouristen motivieren, um aktiv zu werden und Immobilienverkäufer und Makler zu kontaktieren.

Vielleicht möchte der Besichtigungstourist sich auch einfach kostenlos auf einen Kaffee einladen lassen und von den Eindrücken in anderen Immobilien inspirieren und von den Ausführungen des Maklers oder des Eigentümers berieseln lassen. Wie auch immer, Besichtigungstouristen gehen mit ihren Mitmenschen nicht fair um und verhalten sich aus moralischer Sicht mehr als fragwürdig. Analoge Probleme gibt es natürlich im Bereich des Fahrzeugverkaufs, wo jedoch eine echte Kaufabsicht wesentlich einfacher überprüft werden kann als im Bereich Immobilien, wo es meistens um deutlich mehr Kapital und Aufwand im Verkaufsprozess geht. Manchmal ist der Begriff „Besichtigungstourist“ oder „Wohnungstourist“ auch einfach zu schwammig, denn „Kaufinteresse“ lässt sich nur schwer an einer Skala messen und kann sich in vielfältiger Weise ausdrücken – oder eben nicht.

Was für Probleme kann Besichtigungs- bzw. Wohnungstourismus verursachen?

Besichtigungstourismus kostet nicht nur Zeit und Nerven, sondern kann auch finanzielle Nachteile mit sich bringen, wenn der Kaufbetrag zur Finanzierung einer anderen Immobilie zeitnah benötigt wird.

Tipps und Informationen, wie Sie beim Verkauf einer Immobilie Besichtigungstourismus vermeiden.
Was Besichtigungstouristen umtreibt, kann man nur erahnen. Fair ist dieses Verhalten jedenfalls nicht.

Mit dem Besichtigungstourismus gehen zweierlei Probleme einher. Erstens kostet diese Erscheinung unter den Kaufinteressenten oftmals viel Zeit. Wohnungstouristen sind einfach Sand im Getriebe, wenn es um den Verkauf einer Immobilie geht. Echte Kaufinteressenten müssen eventuell länger warten, um einen Besichtigungstermin zu erhalten und es kann letztendlich deutlich länger dauern, bis eine Wohnung oder ein Haus verkauft ist. Dies kann nicht nur zu organisatorischen Problemen, sondern ebenfalls zu finanziellen Unannehmlichkeiten führen: Wer als Verkäufer parallel eine andere Immobilie schon erworben hat, muss dann mitunter teuer zwischenfinanzieren – und das alles wegen einer zu großen Anzahl an Besichtigungstouristen, die ihren eigenen Interessen auf Kosten anderer konsequent nachgehen. Das führt bei Immobilienverkäufern regelmäßig zu Frust und Ärger. Darüber hinaus stellt der Besichtigungstourismus ein weiteres Problem dar, welches deutlich weniger greifbar als das erste ist. Diese Erscheinung stellt für manche Verkäufer auch stets einen Eingriff in die Privatsphäre dar, denn man öffnet die Haustür und zeigt fremden Personen die eigenen vier Wände und wie man wohnt. Um die eigene Immobilie zu verkaufen, nehmen viele Menschen dies gerne in Kauf. Wenn eine Besichtigung jedoch aus ausschließlich zum Spaß stattfindet, sieht es schon wieder anders aus. Das damit verbundene Gefühl kann überaus unangenehm sein, unabhängig von dem Zeitaufwand. Im Fazit lässt sich also festhalten, dass Besichtigungstourismus eine unschöne aber häufig anzutreffende Erscheinung ist, der man als Verkäufer und / oder Immobilienmakler einen Riegel vorschieben muss.

So vermeiden Sie Besichtigungstourismus: Tipps für Verkäufer und Makler!

Zum Glück gibt es einige Maßnahmen, die man im Vorfeld treffen kann, um beim Verkauf einer Immobilie dem Besichtigungstourismus vorzubeugen. Dies können sehr wirksam sein.

Mit den richtigen Mitteln und Tipps kann man sich als Immobilienverkäufer und Makler vor Besichtigungstourismus wirksam schützen.
Zum Glück gibt es einen recht wirksamen Schutz vor Besichtigungstourismus. In unserer Übersicht finden Sie einge zielführenden Mittel.

Im Rahmen eines Immobilienverkaufs, der in der Regel ohnehin viel Vorbereitung erfordert, ist es also erstrebenswert, direkt Maßnahmen festzulegen, um den Besichtigungstourismus einzudämmen. Nicht immer gelingt dies zu 100 %, jedoch profitiert man fast immer von entsprechenden Ideen, mit denen sich insbesondere professionelle Immobilienmakler gut auskennen. Für Verkäufer kann dies ein Grund sein, ein Maklerbüro mit der Vermittlung der eigenen Immobilie zu betrauen – zumal diese oftmals Kundenverzeichnisse mit solventen Kaufinteressenten pflegen und sofort kaufinteressierte Personen für Besichtigungstermine vorschlagen können. Die Höhe der Maklerprovision ist je nach Bundesland beim Verkauf oder Kauf anders angesetzt. Im Nachfolgenden finden Sie eine Übersicht mit wirksamen Mitteln gegen Besichtigungstourismus.

Übersicht – Maßnahmen gegen Besichtigungstourismus für Verkäufer und Makler!

Nutzen Sie unsere Tipps, um sich als Immobilieneigentümer bzw. Immobilienmakler vor Besichtigungstourismus zu schützen.
Ein Telefonat vor einem Besichtigungstermin lohnt sich fast immer. Mit den richtigen Fragen stellt man recht schnell fest, wie ernst es ein Kaufinteressent mit der Immobilie meint.
  1. Ein Exposé, das inhaltlich und insbesondere von den Bildern her keine Fragen offen lässt und ein realistisches Bild der zu verkaufenden Immobilie vermittelt. Hier eignen sich auch virtuelle 360°-Rundgänge, die zahlreiche Immobilienmakler anbieten.
  2. Ein Telefonat mit dem Kaufinteressenten, um die Motivation für die angebotene Immobilie abzuklopfen.
  3. An den gegebenen Informationen – einhergehend mit wenigen konkreten Rückfragen seitens des Kaufinteressenten – erkennt man oftmals, mit wem man es zu tun hat. Passt dieses Bild zum Interesse an der zum Verkauf stehenden Immobilie zusammen?
  4. Für Makler kann es sich lohnen, im Einklang mit den Datenschutzrichtlinien eine Liste mit Kaufinteressenten zu pflegen. Oftmals reicht aber auch die bloße Erinnerung aus, um Kunden zu erkennen, die in Vergangenheit durch viele Besichtigungstermine ohne echte Kaufabsicht aufgefallen sind.

Telefonieren Sie mit den Kaufinteressenten und versuchen Sie, deren Motivation zu erkennen!

Ein freundliches Gespräch ist ein gutes Mittel im Rahmen eines jeden Verkaufsprozesses. Das gilt für Immobilien ebenso wie für Autos oder andere Verkaufsgegenstände.

In einem Telefonat kann man einem Kaufinteressenten für eine Immobilie gute Fragen stellen und so das Kaufinteresse überprüfen.
Auf die richtigen Fragen seitens eines Immobilienverkäufers oder eines Maklers haben Wohnungstouristen nur selten gute Antworten. Nutzen Sie diesen Umstand zu Ihrem Vorteil!

Vor allem die ersten beiden Maßnahmen in der oben aufgeführten Liste sind besonders effektiv, um das gewünschte Ziel zu erreichen. In Bezug auf das Telefonat oder auch persönliche Gespräch, was bei grundsätzlich fehlendem Kaufinteresse an sich schon unnötig zeitliche Ressourcen kostet, empfiehlt es sich, ein paar Fragen zu stellen und dieses in die gewünschte Richtung zu lenken. Natürlich sollte dieses sich nicht wie ein Verhör anfühlen. Dies setzt kommunikative Fertigkeiten und Rhetorik voraus – Fähigkeiten, die gerade dann besonders zum Tragen kommen, wenn man einem Besichtigungstermin eine Absage erteilen muss. Für das Gespräch mit einem vermeintlichen Kaufinteressenten sind die nachfolgenden Fragen und Themen geeignet, um dessen Authentizität des Anliegens zu überprüfen:

  • Wie genau sind die Vorstellungen von einer zukünftigen Immobilie?
  • Warum möchte der Kunde eine Immobilie erwerben?
  • Geben der Beruf und die Lebenssituation Anlass dazu, zu glauben, dass der Interessent über die erforderlichen finanziellen Mittel zum Erwerb der Immobilie verfügt?
  • Hat der Interessent sich schon ähnliche Immobilien angeschaut?
  • Kennt sich der Interessent mit der Lage der Immobilie gut aus und was reizt ihn an dem Stadtteil?
  • Wie wirkt das gesamte Gespräch mit dem potenziellen Käufer auf Sie?

Besichtigungstourismus im Fazit: Nervig aber größtenteils vermeidbar!

Manchmal muss man auch den ein oder anderen Wohnungstouristen gewähren lassen und kann sich nicht zu 100 % schützen. Wird die Immobilie trotzdem termingerecht verkauft, ist das in aller Regel kein Problem.

Hier können Sie in Fazit zum Besichtigungstourismus bei Wohnungen und Häusern, die zum Verkauf stehen, lesen.
Bitte denken Sie daran, dass es keinen Immobilienmarkt ohne Besichtigungstourismus gibt. Das mag einen als Verkäufer oder als Makler zwar ärgern, jedoch ist es am zielführensten, die wirksamen Mittel gegen diese unschöne und zeitraubende Erscheinung anzuwenden.

Ja, Wohnungstourismus ist nervig und kostet viel Zeit und unter Umständen auch Geld. Dennoch lässt sich daran nichts ändern – diese Erscheinung gibt es im Bereich der Immobilien schon immer und daran wird sich nichts ändern. Auf den Umgang damit haben Sie jedoch Einfluss und das bereits vor der Veröffentlichung Ihres Verkaufangebots! Für Sie als Verkäufer einer Immobilie ist es wichtig, dass Ihnen das Phänomen bekannt ist und dass Sie wirksame Mittel dagegen einsetzen. An erster Stelle ist hier ein aussagekräftiges und möglichst realistisches Exposé zu nennen. Dies stillt bei dem ein oder anderen potenziellen Besichtigungstouristen vielleicht schon im Vorfeld die Neugierde. Darüber hinaus lohnt sich immer auch ein persönliches Gespräch bzw. Telefonat bevor ein Besichtigungstermin vereinbart wird, um herauszufinden, ob ein vermeintlicher Kaufinteressent es auch wirklich ernst meint – oder nicht. Anhand einiger Rückfragen kann man das Interesse für die Immobilie überprüfen. Einen vollständigen Einblick in die Solvenz hat man natürlich nie. Und an dieser Stelle sei auch erwähnt, dass der ein oder andere vermeintliche Wohnungstourist eben doch ein wirkliches Interesse an der Immobilie hat und es mit diesem zu einem Kaufvertrag kommt! Lassen Sie sich als Verkäufer nicht vom Besichtigungstourismus unterkriegen und beauftragen Sie notfalls einen guten und seriösen Makler mit der Vermittlung Ihrer Immobilie. Auf Hausverwaltung-Ratgeber.de finden Sie ein spezielles Branchenverzeichnis für Immobilienmakler, das mit Sicherheit auch Maklerbüros in Ihrer Stadt bzw. Region umfasst.

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