Was ist ein Mietaval und mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Was ein Mietaval ist und welche Kosten er verursacht, ist für Mieter wie für Vermieter wichtig zu wissen.

Es gibt so viele Begriffe, von denen man entweder noch nie etwas gehört hat oder die man nur flüchtig kennt. Was man unter einem Mietaval versteht, ist für Mieter und Vermieter gut zu wissen.

Sie vermieten vielleicht das erste Mal eine Wohnung oder Ihr langjähriger Mieter zieht aus und es stellen sich neue Interessenten mit einer Wohnungsbewerbung vor. Nachdem wir hier schon einige Tipps für die Mietersuche zusammengestellt haben, geht es heute etwas konkreter zu den nächsten Schritten, genauer gesagt um die Arten der Mietkaution. Sie haben jemanden gefunden, der gerne in Ihre Eigentumswohnung einziehen möchte und nun kümmern Sie sich um die Vertragsdetails und administrative Abwicklung, sofern keine Mietverwaltung beauftragt wurde. Ein Mietaval stellt eine Bürgschaft über den von Ihnen als Vermieter festgesetzten Kautionsbetrag. Im Gegensatz zu einer Mietbürgschaft, die in der Regel von Versicherern getragen wird, ist ein Mietaval eine Bürgschaft über einen vereinbarten Kautionsbetrag, welcher über eine Bank zur Verfügung gestellt wird. Das Wort leitet sich von dem italienischen Begriff avallo für Bürgschaft ab. Man redet von einem Aval, wenn ein Bankkunde, oder in diesem Fall ein Mieter, gegenüber einer dritten Partei nachweisen muss, dass gewisse finanzielle Verbindlichkeiten erfüllt werden können. Somit dient ein Mietaval zum Nachweis der Mietkaution, die dem Vermieter zu erbringen ist. Die Abwicklung läuft über eine Bank, jedoch bietet nicht jedes Bankhaus einen sogenannten Mietaval an. Ein separates Konto für den Mietaval wird in der Regel nicht eröffnet. Hier geht es nur um den Mietaval für Wohnräume, für gewerbliche Nutzung wird dieser von Banken in der Regel nicht gewährt.

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Warum wird ein Mietaval in Anspruch genommen?

Ein Mietaval kann einen Vorteil für solvente Mieter bieten, die über ein ausreichendes Einkommen verfügen, jedoch kurzfristig keine großen Geldbeträge zur Verfügung haben.

Warum ein Mietaval, wenn es auch andere Formen der Kautionsbürgschaften oder Mietbürgschaften gibt.
Die Gründe, warum ein Mieter einen Mietaval vorschlägt, können vielfältig sein. Gut für Vermieter jedoch, wenn die Bank schon zugesagt hat und alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen passenden Mieter gefunden, den Sie sympathisch finden und der zuverlässig wirkt. Vielleicht hat dieser die Kaution seiner vorherigen Mietwohnung noch nicht zurück erhalten und gleichzeitig fallen für ihn oder sie aktuell zahlreiche weitere Kosten an: Eine Autoreparatur, dazu veranschlagt das Umzugsunternehmen auf einmal doch einen Aufpreis, obwohl ein viel niedriger Preis ausgemacht war, eine neue Waschmaschine – und es schon ist nicht möglich, drei Monatsmieten Kaution sofort bar zu hinterlegen. Das allein muss den Mietinteressenten nicht zum schlechteren Kandidaten für die Wohnung machen, wenn eine Lösung wie ein Mietaval oder eine Mietbürgschaft durch eine Versicherung vorgeschlagen wird. Als erste Zwischenlösung kann ein Mietaval durchaus eine gute und sinnvolle Option darstellen. Bis zum Jahr 2001 konnten Mietsicherheiten im Übrigen nur bar oder per Banküberweisung überreicht werden. Das hat sich geändert und ist je nach Lebensssituation, Bonität und Ansprüchen nun flexibler gestaltet. Wie bei allen laufenden Verträgen wie z.B. für Versicherungen oder weitere Nebenkosten wie Strom und Gas kann es sinnvoll sein, die bestehenden Verbindlichkeiten ab und an zu überprüfen.

Ist ein Mietaval üblich?

Bis zum Jahr 2001 gab es lediglich die Möglichkeit, eine Mietkaution per Überweisung oder bar zu entrichten. Das hat sich inzwischen geändert.

Mietaval als Sicherheit, welche die Bank einem Vermieter einräumt.
Unterschiedliche Lebensentwürfe und stetige Umzüge resultieren in vielfältigen Dienstleistungsangeboten von Banken und Versicherern – nicht immer zum Vorteil der Kunden.

Entsprechend der gesetzlichen Vorgaben dürfen Sie als Vermieter maximal den dreifachen Betrag der angegebenen Nettokaltmiete als Mietsicherheit verlangen. Diese Kaution kann nun auf unterschiedliche Weise hinterlegt werden. Im Gegensatz zu dem hier erläuterten Mietaval, der über eine Bank läuft, gibt es zudem noch eine Mietbürgschaft oder eine sogenannte Kautionsversicherung. Diese läuft im Gegensatz zum Mietaval nicht über eine Bank, sondern über einen Versicherungsanbieter. Üblich für die Hinterlegung der Mietkaution ist auf noch vielerorts die Bargeldübergabe oder Überweisung, bei welcher es sich empfiehlt, dass der Vermieter das Geld für die Kaution auf ein klassisches Kautionssparkonto anlegt. Viele Banken bieten ein Kautionssparkonto zu recht akzeptablen Kautionen an, wenn man dies mit den Beiträgen für einen Mietaval vergleicht. Den administrativen Aufwand hat hier aber – im Gegensatz zum Mietaval – der Vermieter. Grundsätzlich ist es so, dass ein Mietaval für Sie als Vermieter nicht nachteilig sein muss – die hohen Kosten, die für das Ausleihen des Geldes anfallen, übernimmt der Mieter. Bei einigen Banken, die ein Mietaval anbieten, muss der Mieter zudem schon sechs Monate als Kunde registriert sein und eine entsprechende Bonität vorweisen. Ohne diese Frist kann es recht schwierig werden, ein Mietaval in Anspruch zu nehmen.

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Was passiert, wenn der Vermieter das Mietaval in Anspruch nehmen möchte?

Ob die Ansprüche, die ein Vermieter stellen will, berechtigt sind, wird zwischen Mieter und Vermieter geklärt, nicht zwischen dem Anbieter des Mietavals und dem Vermieter.

Inanspruchnahme des Mietavals durch den Vermieter lässt dem Mieter nicht viel Zeit zu handeln.
Wenn der Vermieter unberechtigt Ansprüche anmelden möchte, muss der Mieter handeln. Dies bietet viel Raum für zivilrechtliche Auseinandersetzungen.

Zunächst einmal eine wichtige Information für Mieter wie Vermieter vorab: Bei einem Bankaval wird nicht geprüft, ob seitens des Vermieters ein rechtlicher Anspruch besteht. Das heißt, dass sobald ein Vermieter eine Forderung an die Bank stellt, die den Mietaval bereitstellt, der Mieter informiert wird. In der Regel gibt es eine einmonatige Frist (Stand November 2019), in welcher der Mieter rechtliche Schritte gegen den Vermieter einlegen kann, sollte die Berechtigung, Gelder vom Mietaval beanspruchen zu wollen, unberechtigt sein. Diese einmonatige Frist ist laut Stiftung Warentest aktuell in der Diskussion und zwar dahingehend, dass Mieter nur noch eine Woche Zeit bleibt, sich dagegen auszusprechen. Ein Mietaval kann für Mieter, neben den recht hohen Kosten, einen weiteren Nachteil bieten: Eine der wenigen Anbieterbanken für ein derartiges Mietaval offeriert den Vermietern zukünftig ganze 24 Monate lang Zugriff auf die mit dem Mieter vereinbarte Bürgschaftssumme.

Was kostet ein Mietaval?

Die Kosten des Mietavals als Aval, der von der Bank gestellt wird, obliegen dem Mieter.
Welche Option für Mieter wie Vermieter die beste ist, ergibt sich wie so oft aus dem Kleingedruckten der Verträge. Ein vorheriges Einlesen ist für beide Parteien wichtig, damit man im Detail weiß, wie sich ein Mietaval von einer Mietbürgschaft einer Versicherung unterscheidet – auch im Hinblick auf die Kosten.

Die Kosten für ein Mietaval übernimmt der Mieter. Für diesen fallen – je nach Vertrag mit der Bank – pro Jahr mindestens 2.5 % des Kautionsbetrags an, mindestens jedoch 50 Euro. Zahlreiche Banken veranschlagen eine jährliche Gebühr von um die 3 bis 6% auf die Kautionssumme. Das kann je nach Nettokaltmiete pro Jahr hohe Kosten verursachen, wenn man die Beträge für ein Mietaval mit den Konditionen für einen Kredit vergleicht. Eine einmalige Gebühr von um die 30 – 50 Euro für die anstehende Ausstellung der Bürgschaftsurkunde sind ebenfalls dazuzurechnen. Nicht immer sind die anfallenden Zinsen zudem festgeschrieben, sodass sich je nach Anbieter pro Jahr Schwankungen für die Kosten des Mietavals ergeben können. Für Mieter ist daher insbesondere das Kleingedruckte der Verträge relevant und ein vorheriges Vergleichen der unterschiedlichen Angebote rund um das Thema Mietkaution und Mietbürgschaft lohnt sich definitiv!

Lohnt sich ein Mietaval oder eine Kautionsversicherung für Mieter?

Wann und ob sich ein Mietaval lohnen kann, ist von vielen Faktoren abhängig. Mieter wie Vermieter sollten gut eingelesen sein.

Als wenig bekannte Form der Mietsicherheit ist ein Mietaval eine von mehreren Optionen für Mieter wie Vermieter.
Was sich am Ende lohnt, entscheidet das Kleingedruckte im Vertrag: Wie hoch sind die einmaligen Pauschalen? Gibt es einen variablen Zinssatz für die Beiträge? Mieter müssen diese Aspekte vorher wissen.

Wenn es gar nicht anders geht und zur Umzugszeit nicht ausreichend Reserven zur Verfügung stehen, dann ist ein Mietaval oder eine andere Form der Mietsicherheit womöglich unumgänglich. Für Vermieter haben beide Varianten offenbar wenige Nachteile, für Mieter hingegen ist ein Mietaval aufgrund der variablen Zinsen und der hohen Mindestgebühren, die um die 50 Euro liegen, nicht immer die beste Lösung. Hinzu kommen noch nicht unerhebliche Beträge für Bearbeitungspauschalen. Mietbürgschaften, die über Versicherungen angeboten, also sogenannte Kautionsversicherungen, bieten Mietern in der Regel einen noch höheren Kostenfaktor. Alternativ zu einem Bankaval oder zu einer Mietsicherheit, die über eine Versicherung läuft, kann es sich teilweise lohnen, bei den niedrigen Zinsen (Stand November 2019) einen Kredit für die Mietkaution aufzunehmen und die Summe dem Vermieter für ein klassisches Kautionssparkonto zu überreichen. Mieter sollten auch unbedingt bedenken, dass ein Mietaval von den Banken meist nur für Bestandskunden angeboten wird, die schon länger Verträge abgeschlossen haben bzw. über ein Girokonto verfügen. In der Regel ist damit ein Zeitraum von mindestens sechs Monaten gemeint, ansonsten kann kein Mietaval zur Verfügung gestellt werden. Folglich ist es ratsam, sich möglichst früh mit dem Thema Mietkaution auseinanderzusetzen. Für Vermieter ist ein Mietaval keine schlechte Option, da man wenig administrativen Aufwand hat.

Warum ein Kautionssparkonto immer noch eine gute Mietsicherheit ist!

Was spricht gegen ein klassisches Kautionssparkonto?

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Für den Fall, dass genug finanzielle Reserven seitens des Mieters vorhanden sind, um die Mietkaution direkt zu begleichen, spricht nichts gegen ein traditionelles Kautionssparkonto. Diese Kontoart ist recht preisgünstig, da keine größeren jährlichen Summen für den Bankaval anfallen. Auch bietet das Kautionssparkonto als Mietsicherheit einen weiteren Vorteil für den Mieter: Bei einem Mietaval kann der Vermieter je nach Vertrag noch 24 Monate auf die Kautionssumme zugreifen. Ist bei der Wohnungsabnahme nach dem Auszug alles in Ordnung, dann erhält der Mieter den Betrag auf dem Kautionssparkonto mit Zinsen zurück. Die anhaltenden Niedrigzinsen (Stand November 2019) decken jedoch nicht einmal die Inflation und in welchem Zeitraum ein Vermieter die Mietkaution zurückzahlen soll, ist rechtlich auch noch nicht eindeutig geklärt. Mehr als 12 Monate Rückbehalt der Kaution sollte es nicht sein. Im Fazit bietet ein Mietaval keinerlei Nachteile für Vermieter! Mieter hingegen sollten die Verträge und Angebote schon sehr weit im Voraus prüfen, um den richtigen Vertrag zu unterschreiben. Ohne ein gründliches Einlesen geht wie in vielen Fällen nichts!

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