Ein WEG-Eigenkonto einrichten: Alle Infos, Tipps und Bankenliste!

Erfahren Sie, wie eine WEG eine WEG-Eigenkonto mit Onlinezugang fĂŒr den Beirat richtig einrichtet mit einer Liste von Banken.

Bei der Eröffnung eines WEG-Eigenkontos mĂŒssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Gleichzeitig haben sich in Deutschland nur wenige Banken auf diese spezielle Art von Konto spezialisiert.


In einem der ersten Artikel auf Hausverwaltung-Ratgeber.de widmeten wir uns dem WEG-Eigenkonto sowie dem Treuhandkonto und stellten die Unterschiede zwischen beiden Kontoarten heraus. Nicht umsonst wurde dieses Thema auf dem Blog so frĂŒhzeitig angesprochen, denn fĂŒr eine WEG ist es sehr wichtig, dass deren Gelder sicher angelegt sind. Dies ist nur und ausschließlich mit dem WEG-Eigenkonto der Fall, denn die WEG ist der Besitzer – man spricht auch von einem auf den Namen der WEG lautenden Konto. Ganz gleich, was manche fragwĂŒrdigen Verwalter hinsichtlich des Treuhandkontos auch sagen und versprechen mögen, ein Treuhandkonto ist fĂŒr die Hausverwaltung ungeeignet und entspricht nicht den Anforderungen der ordnungsgemĂ€ĂŸen Verwaltung. Im Wohnungseigentumsgesetz ist schließlich festgelegt, dass der WEG-Verwalter die Gelder der Gemeinschaft getrennt von seinem eigenen Vermögen halten muss (§ 27 WEG). Aufgrund der unterschiedlichen BesitzverhĂ€ltnisse beim WEG-Eigenkonto und dem Treuhandkonto mĂŒssen auch andere Voraussetzungen geschaffen sein, um ein WEG-Eigenkonto zu eröffnen. Daher erklĂ€rt dieser Beitrag, wie die Kontoeröffnung fĂŒr das WEG-Eigenkonto, das auch unter der Bezeichnung offenes Fremdgeldkonto bekannt ist, funktioniert.

â–ș Hier geht es direkt zu den FAQ rund um die Konten einer WEG!

Der Verwalter ĂŒbernimmt ĂŒblicherweise die Eröffnung der WEG-Eigenkonten.

Die Kosten fĂŒr ein WEG-Konto mögen zwar höher sein als fĂŒr ein Treuhandkonto, doch diese sind vernachlĂ€ssigbar, wenn man die Vorteile hinsichtlich der Sicherheit dieser Kontenform berĂŒcksichtigt. Keine WEG sollte sich ein Treuhandkonto – aus welchen GrĂŒnden auch immer – aufschwatzen lassen.

Tipps und Infos, bei welcher Bank Sie wie ein spezielles WEG-Eigenkonto bzw. offenes Fremdgeldkonto einrichten können.
Das WEG-Eigenkonto bietet nur Vorteile fĂŒr eine WEG. Aber auch ein seriöser Verwalter wird diese Form des Kontos zu schĂ€tzen wissen. Übernimmt er eine WEG mit bestehenden offenen Fremdgeldkonten, wie WEG-Eigenkonten auch bezeichnet werden, muss er sich nur legitimieren und keine KontoeröffnungsantrĂ€ge ausfĂŒllen.

In der Regel werden WEG-Eigenkonten durch einen neuen Hausverwalter fĂŒr die WEG eingerichtet, nachdem der vorherige Verwalter mit Treuhandkonten gearbeitet hatte. Nicht selten fĂ€llt erst im Nachhinein auf, dass ein schlechter WEG-Verwalter Treuhandkonten genutzt hatte – auch, wenn im eigenen Verwaltervertrag offene Fremdgeldkonten als Anlageform des Vermögens der WEG festgeschrieben waren!  Verwalter, die sich nicht einmal an ihren eigenen Vertrag – mag er noch so ungĂŒnstig fĂŒr eine WEG sein – halten, kann man getrost als unseriös bezeichnen.
Daneben gibt es in einer ungĂŒnstigen Konstellation die Variante, dass Verwalter der WEG gerne mitzuteilen, dass die von ihm favorisierten Banken keine WEG-Konten anbieten und er somit dazu gezwungen sei, Treuhandkonten einzurichten. Selbst, wenn er die EigentĂŒmer zu einem entsprechenden Beschluss bewegen kann, ist diese Vorgehensweise nicht rechtens!

Punkte, die eine WEG vor der Kontoeröffnung klÀren muss:

  • Über welchen VerfĂŒgungsrahmen soll der Verwalter verfĂŒgen und ab wann ist eine Zustimmung seitens des Verwaltungsbeirates und ein Beschluss durch die EigentĂŒmerversammlung erforderlich?
  • Soll ein Tageslimit fĂŒr den VerfĂŒgungsrahmen ĂŒber das offene Fremdgeldkonto festgelegt werden?
  • Welcher MiteigentĂŒmer soll die Kontobewerbungen auf dem WEG-Eigenkonto ĂŒberprĂŒfen?
  • Werden von diesem MiteigentĂŒmer KontoauszĂŒge als Duplikat gewĂŒnscht, oder reicht ein Onlinezugang ohne VerfĂŒgungsberechtigung aus?

Erforderliche Unterlagen zur WEG-Eigenkontoeröffnung:

So richten Sie ein transparentes WEG-Eigenkonto mit Leserecht fĂŒr den Verwaltungsbeirat bei einer geeigneten Bank ein.
Das WEG-Konto ermöglicht es, dass eine MiteigentĂŒmerin oder ein MiteigentĂŒmer Zugriff auf die Buchungen, also ein Leserecht, hat. So wird dieses spezielle Konto den Anforderungen an die Transparenz im Bereich Hausverwaltung gerecht.

Mit einem WEG-Eigenkonto hat eine WEG also eine optimale Basis, um die Arbeit des Hausverwalters zu ĂŒberwachen. Ein Einsichtsrecht per Internetzugang oder das Zusenden von DuplikatskontoauszĂŒgen sorgen fĂŒr die erforderliche Transparenz, die bei einem Treuhandkonto so nicht möglich ist. Es muss sich nur eine Person aus der WEG bereit erklĂ€ren, die Kontobewegungen regelmĂ€ĂŸig zu sichten. Normalerweise handelt es sich um ein Mitglied des Verwaltungsbeirates, wodurch noch einmal die Bedeutung dieser Institution deutlich wird. Nur in seltenen FĂ€llen ist es besser, keinen Verwaltungsbeirat zu wĂ€hlen als einen inkompetenten Beirat zu etablieren.

Welche Banken bieten WEG-Konten an? Spezialisierte Banken sind meistens die bessere Wahl!

Die ĂŒblichen Banken mit Filialnetz sind oftmals nicht die erste Wahl, wenn es um die Einrichtung von offenen Fremdgeldkonten fĂŒr eine WEG geht. In Deutschland haben sich einige Banken auf WEG-Konten spezialisiert.

Richten Sie bitte als WEG immer ein WEG-Eigenkonto, das auf den Namen der WEG lautet, ein.
Nutzt der Verwalter Treuhandkonten, fordert die WEG ihr GlĂŒck heraus. Alles kann gut gehen, muss aber nicht. Das Problem an Treuhandkonten ist die Tatsache, dass der WEG-Verwalter der Inhaber ist. Beim WEG-Konto ist dies die WEG und der Hausverwalter hat nur eine VerfĂŒgungsberechtigung entsprechend den Vorgaben der Gemeinschaft. Es gibt mittlerweile mehrere Banken, die spezielle WEG-Eigenkonten anbieten. Meistens erfolgt der Service online, was unproblematisch ist.

Nur selten lohnt es sich, als WEG ein offenes Fremdgeldkonto bei einer Filiale der bekannteren Banken einzurichten. Diese neigen durchaus dazu, Treuhandkonten fĂŒr einen Verwalter einzurichten, der Gelder fĂŒr eine von ihm betreute WEG anlegen möchte. Dies entspricht keiner ordnungsgemĂ€ĂŸen Verwaltung und die Angestellten einer Bank sollten dies prinzipiell besser wissen. Doch was interessiert es die Bank, wenn eine WEG aufgrund eines unseriösen Hausverwalters Gelder von einem Treuhandkonto verliert? Die Bank wird dann auf unschuldig tun und alle Verantwortung auf den WEG-Verwalter schieben und sich geschickt aus der AffĂ€re ziehen. Die WEG ist ja schließlich kein Kunde bei der Bank, sondern der Verwalter. Dieser dĂŒrfte dann zudem mehrere Treuhandkonten bei der Bank haben, auf denen sich die Gelder weiterer WEGs befinden, sodass er vermutlich gar als guter Kunde gilt. Als Teil einer WEG haben Sie da keine Chance. Zudem kann es teilweise so weit gehen, dass man als WohnungseigentĂŒmer bei gezielten und berechtigten Fragen rund um WEG-Konten und Treuhandkonten von einem Filialleiter zu hören bekommt, dass man sich besser mit den Kontodetails auskennt als er selbst. Solche Kreditinstitute wecken verstĂ€ndlicherweise wenig Vertrauen und stellen fĂŒr interessierte Wohnungsbesitzer und MiteigentĂŒmer vermutlich nicht die erste Wahl dar.

Eine ordnungsgemĂ€ĂŸe Verwaltung zeichnet sich unter anderem durch die Einrichtung von WEG-Eigenkonten fĂŒr das Girokonto sowie fĂŒr die Anlage der InstandhaltungsrĂŒcklage aus.
Im Fazit lĂ€sst sich sagen, dass die Nutzung von WEG-Eigenkonten im Rahmen der Hausverwaltung ein Kernmerkmal der sogenannten “ordnungsgemĂ€ĂŸen Verwaltung” darstellt. Kein seriöser Verwalter wĂŒrde auf Treuhandkonten zurĂŒckgreifen wollen.

Bei einem Treuhandkonto ist nicht die WEG, sondern der Hausverwalter Inhaber des Kontos und somit Kunde der Bank. Entsprechend wenig Hilfe können Sie von einer Bank erwarten, die – trotz der gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich einer ordnungsgemĂ€ĂŸen Verwaltung – Treuhandkonten fĂŒr einen Verwalter einrichtet. Ein Einsichtsrecht bei der Bank können Sie als EigentĂŒmer im Falle von Treuhandkonten leider nicht erzwingen.

Besser ist es, wenn eine WEG den Verwalter damit beauftragt, WEG-Konten bzw. offene Fremdgeldkonten bei einem darauf spezialisierten Kreditinstitut einzurichten. FĂŒr eine WEG werden immer zwei Konten benötigt: Ein Konto als Girokonto fĂŒr die regelmĂ€ĂŸigen Einnahmen und Ausgaben, auf das auch die Hausgeldzahlungen eingehen sowie ein weiteres fĂŒr die Anlage der zweckgebundenen InstandhaltungsrĂŒcklage.

Auswahl an Banken mit WEG-Konten im Angebot

  • BfW Bank fĂŒr Wohnungswirtschaft AG
  • Deutsche Kreditbank Aktiengesellschaft
  • Hausbank MĂŒnchen eG Bank fĂŒr Haus- und Grundbesitz
  • WEG Bank AG

Die oben genannten Banken wurden in rein alphabetischer Reihenfolge aufgezĂ€hlt. Bevor eine WEG den Verwalter mit der Eröffnung eines WEG-Eigenkontos bei einem bestimmten Kreditinstitut beauftragt, sollte der Verwaltungsbeirat oder engagierte MiteigentĂŒmer sich ĂŒber die entsprechenden Konditionen und Leistungen informieren. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, einem guten und erfahrenen Verwalter, der sich an die Prinzipien der ordnungsgemĂ€ĂŸen Verwaltung hĂ€lt, die Wahl der Bank zu ĂŒberlassen.

FAQ – WEG-Eigenkonto und Treuhandkonto

Was ist ein WEG Konto?

Wie viele Konten braucht eine WEG?

Ist ein WEG Konto ein GeschÀftskonto?

Nein, ein WEG-Konto bzw. WEG-Eigenkonto ist kein GeschĂ€ftskonto und darf auch nicht als solches gefĂŒhrt werden.

Wie erkenne ich ein WEG Eigenkonto?

Welches Konto fĂŒr die InstandhaltungsrĂŒcklage?

Was ist ein Treuhandkonto bei der Bank?

Was geschieht mit den WEG-Eigenkonten einer Gemeinschaft bei einem Verwalterwechsel?

Vergleichen Sie die Banken, bevor Ihre WEG ein WEG-Eigenkonto einrichten lÀsst.
Wenn Sie sich als MiteigentĂŒmer hinsichtlich der Hausverwaltung engagieren möchten, können Sie die Konditionen der einzelnen Banken vergleichen. Das Angebot an WEG-Konten wĂ€chst kontinuierlich, schließlich geht es um etliche Millionen von Euro, wenn man die deutschlandweiten InstandsetzungsrĂŒcklagen bedenkt.

Bei den offenen Fremdgeldkonten einer WEG ist ein Verwalterwechsel mit wenig Aufwand verbunden. An der Inhaberschaft Àndern sich nichts.

Bei einem Verwalterwechsel Ă€ndert sich an den bereits bestehenden WEG-Eigenkonten eigentlich nichts. Der neue Verwalter muss lediglich per Beschluss auf einer EigentĂŒmerversammlung Zugriff auf die relevanten Konten erhalten und mit allen erforderlichen Zugriffsrechten, beispielsweise um Überweisungen zu veranlassen, ausgestattet werden. Auch muss die Bank natĂŒrlich noch ĂŒber die Anschrift des Verwalters fĂŒr die Zusendung der KontoauszĂŒge informiert werden. Der Kontoinhaber bleibt gleich: die WEG!

Dieser Artikel wurde am 21.02.2022 aktualisiert.

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22 Kommentare

  1. Sehr informativ. Der Unterschied der Konten fĂŒr die WEG war mir nicht bekannt. Einiges dazugelernt. Danke Mit freundlichen GrĂŒĂŸen M.B

  2. Hochinteressante Information. Kann ich fĂŒr meine Arbeit gut gebrauchen.
    Vielen Dank und freundliche GrĂŒĂŸe! B. Kessel

  3. Sinnvoll wĂ€re der Hinweis, dass WEG Konten auf den Namen der WohnungseigentĂŒmergemeinschaft erst seit der Reform des Wohnungseigentumsgesetzes im Jahr 2007 möglich waren und vorher nur die Möglichkeit zur Eröffnung von Treuhandkonten auf den Namen des Verwalters mit dem Zusatz als Treuhandkonto fĂŒr die WEG XY möglich war.
    Die Banken haben zur Umsetzung dieser Reform bis 2009 gebraucht. Auch seriöse Verwalter Konten bis dahin kein Bankkonto auf den Namen einer Wohnungseigentumsgemeinschaft eröffnen.
    Die TeilrechtsfĂ€higkeit von EigentĂŒmergemeinschaften wurde erst mit der EinfĂŒhrung von § 10 Abs. 6 Wohnungseigentumsgesetz möglich. Dies hat nichts mit seriös oder unseriös gemein. Gleichzeitig sei der Hinweis erlaubt, dass es noch mehr Banken gibt, welche WEG Konten fĂŒhren.

    1. Ja, nur haben wir fast 2020 und viele Verwalter haben leider immer noch nicht umgestellt und lassen die bestehenden Treuhandkonten weiter laufen oder eröffnen neue Treuhandkonten fĂŒr neu ĂŒbernommene WohnungseigentĂŒmergemeinschaften. NatĂŒrlich wurde frĂŒher anders verwaltet, aber hier geht es mehr um die aktuelle Situation. Sicher haben auch viele gute Verwalter frĂŒher mit Treuhandkonten verantwortungsvoll und im Sinne der EigentĂŒmer gearbeitet.

  4. Sehr interessanter Beitrag, ich hĂ€tte noch eine Frage: wird bei dieser Form des Kontos eine Einmaleinlage durch die EigentĂŒmer vorgenommen.
    Wie werden laufenden Rechnungen beglichen, da oft im Januar höhere Abbuchungen erfolgen, als durch das Hausgeld bereits auf dem Konto ist

  5. Ein Tipp von einem Bankkaufmann, der fĂŒr die Kollegen Richtlinien schreibt, wie man WEG-Konten eröffnet: Wenn man als Verwalter bei der Bank um ein “offenes Fremdgeldkonto” bittet, dann bekommt man ein Treuhandkonto auf den Namen des Verwalters – also nicht das was man will. Das liegt an der unterschiedlichen Wortfindung der jeweiligen InteressenverbĂ€nde. Da ist jeder in seiner eigenen “Blase” unterwegs ;). FĂŒr einen Banker sind offenes Treuhandkonto und offenes Fremdgeldkonto ein und dasselbe. Aus diesem MissverstĂ€ndnis heraus werden dann böse Worte und Unterstellungen – siehe oben im Text “unseriöser Hausverwalter”. Nutzt doch bitte die Begriffe “WEG-Konto”, “WEG-Eigengeld-Konto” oder “WEG-Konto fĂŒr eigene Rechnung”. Und schon fließt weniger böses Blut und Verwalter*in bekommt, was er/sie will 🙂

    Ja – auch wir haben jahrelang lieber (aber nicht gegen den Willen des Antragstellers) Treuhandkonten eingerichtet, weil uns eine unklare Rechtslage die WEG-Eigengeld-KontofĂŒhrung unnötig erschwert hat. Mittlerweile hat sich das glĂŒcklicherweise gebessert.

    1. Vielen Dank fĂŒr den sehr informativen Kommentar! Das mĂŒssten die Verwalter wissen – es gibt schließlich lĂ€ngst spezialisierte Banken und aus eigener Erfahrung auch viele, welche “WEG-Eigenkonto” nun wirklich nicht mit einem Treuhandkonto verwechseln. Leider gibt es viele Verwalter (Betriebswirte mit Ausbildung bei der Bank z. B., nur so nebenbei bemerkt), die es genau darauf anlegen und am Ende in die RĂŒcklage greifen. Rein aus eigenem Interesse. Dies hat nichts mit bösen Worten oder Unterstellungen zu tun. Gute Verwalter wissen genau, wie wichtig es ist, das Geld der WEG getrennt vom eigenen Vermögen aufzubewahren und fĂŒr diese ist die Unterscheidung selbstverstĂ€ndlich. Die Regelung im WEG zu den Treuhandkonten besteht immerhin schon seit 2007. Gerade WEG-Verwalter mit einem entsprechenden Ausbildungshintergrund bei der Bank mĂŒssten dies leider wissen. Wir von HVR haben leider zu viele Verwalter (u.a. SpielsĂŒchtige, sonstige AbhĂ€ngigkeiten inkl. verschwenderischer Lebensstil usw. )selbst erleben dĂŒrfen, die mit dem ihm anvertrauten Geld nicht korrekt umgegangen sind. Das Geld der RĂŒcklage haben die EigentĂŒmer dann leider nicht wieder gesehen. NatĂŒrlich ist nicht jeder Verwalter, der ein Treuhandkonto nutzt, mit schlechten Absichten unterwegs. Aber die Gefahr besteht und darauf wird im Allgemeinen nicht oft hingewiesen – was wir aber hiermit tun und was sich auch in den Zuschriften der Leser widerspiegelt.

      1. ich muss nochmal eins loswerden zu “das mĂŒssten die Verwalter wissen
”:
        Sie wissen es oft nicht. Sie kommen auf uns zu und wollen das Treuhandkonto umwandeln in ein WEG-Eigen(geld)konto. OK. Benutzen aber das falsche Wort “Fremdgeldkonto”. Wenn dann der Durchschnittsbanker versucht zu erklĂ€ren, dann kommt es gelegentlich zum Streit – was schade ist. Liegt natĂŒrlich oft an den handelnden Personen, aber auch oft werden die Verwalter unnötig von den Ratgebern “angespitzt” und emotional aufgeladen. Ich habe in unseren hausinternen Richtlinien auf das MissverstĂ€ndnispotential hingewiesen. WĂ€re schön, wenn die vielen Ratgeber im Web das auch tun wĂŒrden. Es hilft 🙂

        1. Da haben Sie wirklich GlĂŒck, dass Sie einen solchen Fall noch nicht erleben mussten! Die Überlastung der Gerichte ist wirklich ein Problem, ja. Der Beirat kennt sich nicht in jeder WEG so gut damit aus und nicht immer wird grĂŒndlich geprĂŒft. Davon einmal abgesehen, dass vor allem bei sehr großen Liegenschaften eine PrĂŒfung unglaublich aufwendig und schwierig sein kann. Eine WEG kann ein Beiratsmitglied/eine Vertrauensperson mit der Online-Einsichtnahme betrauen, was bei WEG-Eigenkonten möglich ist, das schafft Transparenz und ist wirklich ratsam. Auch VerfĂŒgungshöhen fĂŒr den Verwalter sind eine gute Idee.

          Aber ist die Frage nach der Kontoart nicht eins der wichtigsten Elemente des Verwaltens? Wenn ich, neben vielen meiner Lesern, von Sparkassenfachwirten regelmĂ€ĂŸig folgende Antwort auf die Frage nach dem Unterschied zwischen den Kontoarten bekommen “da wissen Sie mehr als ich, keine Ahnung”, dann lĂ€uft etwas grundlegend nicht richtig. Das kann nicht auf Kosten der EigentĂŒmer ausgetragen werden. Welchen Mehrwert bietet dann eine Filialbank? Wenn man nicht davon ausgehen darf, dass die Bankberater die erforderliche Fachexpertise mitbringen? Das ist gerade Problem, dass Verwalter das nicht wissen. Gute Verwalter, und davon gibt es viele, wissen dies durchaus und es ist eine SelbstverstĂ€ndlichkeit, dass sie eben keine Treuhandkonten verwenden. Emotional aufgeladen ist die Debatte dann, wenn die RĂŒcklage weg ist vermutlich aus gutem Grund und es ist wichtig, auf den Unterschied bei der KontofĂŒhrung hinzuweisen. Auf wen sollen sich nicht eingelesen EigentĂŒmer denn dann verlassen, wenn nicht auf Bankkaufleute und auf ihren Verwalter? Viele GrĂŒĂŸe;)

          1. Ich glaube, wir nĂ€hern uns einer möglichen Lösung: Es ist Kreditinstituten nicht verboten, Treuhandkonten zu eröffnen. Bestellt der Verwalter unter Verwendung des Wortes “Fremd(geld)konto”, dann bekommt er, was er bestellt – was hier kritisiert wird.

            Lösung: Bislang ist es nur den Verwaltern verboten, Fremdgeldkonten zu beantragen. Geht an die Volksvertreter ran und macht Druck (nein erklĂ€rt das Problem), damit BANKEN nur noch WEG-Eigenkonten eröffnen dĂŒrfen. Ob das nun ins KWG oder ins WEG geschrieben wird, sei der Legislative ĂŒberlassen. DANN haben wir auch eine Handhabe, ausschließlich diese Kontoform anzubieten – egal was der Verwalter versehentlich sagt. Babken werden weitaus schĂ€rfer von den WPs geprĂŒft als Verwalter 😉

            Der Kollege (am Schalter oder in der Hotline) kann die Millionen Gesetze nicht alle kennen. (Ja – der Verwalter auch nicht). Daher muss es wohl “von oben” kommen 

            VG

  6. Hallo TT, danke fĂŒr’s Feedback. GlĂŒcklicherweise habe ich in unserem Hause noch keinen solchen Fall erleben mĂŒssen. Bin kein Jurist – aber bisher dachte ich, dass der schwerwiegendste “Nachteil” des Treuhandkontos darin besteht, dass man im Insolvenzfall des Verwalters als WohnungseigentĂŒmer erst eine Aussonderung aus der Insolvenzmasse durchfechten muss, und dass dies bei der Überlastung der Gerichte einfach unnötig lange Zeit dauert. (juristisch ist die Wortwahl vllt nicht 100% – sorry)
    Wenn ich an einen unzuverlĂ€ssigen Hausverwalter gerate, der das Geld verzockt, dann habe ich bei beiden Varianten leider Pech. Weg ist weg. Vielleicht habe ich beim WEG-Konto eine etwas höhere Chance, mit den besseren Auskunftsrechten schneller vom drohenden UnglĂŒck zu erfahren – aber welcher WohnungseigentĂŒmer kontrolliert den Verwalter schon regelmĂ€ĂŸig? Eigentlich mĂŒsste der Beirat ein ureigenes Interesse haben, sich öfter als ein Mal im Jahr die UmsĂ€tze auf dem Konto anzusehen.
    VG 🙂

  7. wir sind eine Zweier-WEG in Eigenverwaltung. Ein WEG Konto zu eröffnen wird uns schwer gemacht, da wir keinen Verwalter
    haben. Eine Direktbank eröffnet zwar Kontos fĂŒr WG’s aber nicht speziell fĂŒr WEG’s. Was ist hier der Unterschied?

    1. DKB ? Wir haben ein Ă€hnliches Problem
 einzige Lösung bis jetzt wĂ€re dann wohl nur ein privates Girokonto und privat die Verwalterplatform nutzen
 aber da hĂ€tte man ja dann das gleiche Problem wie mit einem Verwalter+Treuhandkonto

    2. Wir sind eine 3er WEG in Selbstverwaltung. Auf der EigentĂŒmerversammlung wurde mit Mehrheitsbeschluss (2:1 Stimmen) beschlossen, ein WEG Konto einzurichten (fĂŒr Instandhaltung). Die betroffene Dritte Partei will das partout nicht. Eigentlich sollten die BeschlĂŒsse doch bindend sein, oder? Jetzt wollen wir die dritte Partei außen vorlassen und ein Konto mit 2 Zugriffsberechtigten (die 2 anderen EigentĂŒmer) einrichten. Im Falle einer Nutzung der Einzahlung fĂŒr Instandhaltungsmaßnahmen wird der Anteil der einzahlenden EigentĂŒmer fĂŒr die Maßnahme verwendet. Die dritte Partei muss dann eben seinen Anteil direkt beisteuern. Manche Leute kapieren es einfach nicht
.

      Habt ihr solche FĂ€lle auch schon mal gehabt?

  8. Amtsgericht Hildesheim, Aktenzeichen 65 C 9/19

    Ein Verwalter sichert in seinem Verwaltervertrag zu “gemeinschaftliche Gelder von seinem Vermögen gesondert zu halten und fĂŒr sie Verwaltungskonten in der Form offener Fremdkonten zu fĂŒhren”. Der Verwalter geht zum Geldinstitut und eröffnet Treuhandkonten.

    Hinweis: Beim Treuhandkonto ist der Verwalter Kontoinhaber. Beim offenen Fremdkonto (WEG-(Eigen)konto) ist der Kontoinhaber die WohnungseigentĂŒmergemeinschaft Musterstraße, PLZ Musterort.

    Den WohnungseigentĂŒmer*innen teilt der Verwalter die Bankverbindung der Treuhandkonten folgendermaßen mit:

    – Kontoinhaber: WohnungseigentĂŒmergemeinschaft Musterstraße, PLZ Musterort.

  9. Hallo zusammen,
    wir sind eine 3er WEG, die sich selbst verwaltet. Kurz nach meinem Einzug habe ich durch Zufall erfahren, dass der damalige Verwalter (einer der damaligen EigentĂŒmer) das Konto “aufgerĂ€umt” hat. Ich weiß nicht, ob es Treuhand- oder WEG-Konto war. Laut der ganzen Beschreibungen scheint es ein WEG-Konto gewesen zu sein, weil die WEG sogar als Kontoinhaber auf den KontoauszĂŒgen stand. Allerdings hat mir und dem anderen EigentĂŒmer die Volksbank sĂ€mtliche Einsichten und AuskĂŒnfte verweigert
 Ist sowas zulĂ€ssig?
    Wir hatten dann ein klassisches Girokonto eröffnet, aber das ging nur auf 2 Namen und ist rechtlich, glaube ich gar nicht zulÀssig. Aber solange es keine Streitigkeiten gibt, geht sowas gut.
    Jetzt wollen wir einen externen Verwalter bestellen, der auf 2 Konten fĂŒr die WEG besteht – Girokonto und RĂŒcklagenkonto. Vorgeschlagen hat er ein Treuhandkonto auf seinen Namen mit dem Hinweis auf den Namen der WEG. Ich glaube zwar nicht, dass wir in Gefahr sind, aber nach den ganzen Recherchen und dem Vorfall mit dem alten Verwalter habe ich kein gutes GefĂŒhl dabei. Ich habe heute den halben Tag nach Banken gesucht, die WEG-Konten anbieten, aber habe nur 3 gefunden. In den Bedingungen steht, dass man außer Monatsbeitrag noch zusĂ€tzlich % vom Guthaben dafĂŒr bezahlt, dass man dort das Geld hat
 Bei der einen Bank muss man sogar einer Genossenschaft beitreten und Anteile nachweise. Schon alles seltsam.
    Vielleicht habe ich da nur etwas falsch verstanden.
    Kennt jemand eine Bank, die ein WEG-Konto zu “normalen” Bedingungen anbietet? Oder muss man zu einer Bank vor Ort gehen und sich die Bedingungen selbst erstellen, damit es passt?

    1. Hallo David, wir suchen auch nach einer neuen Bank fĂŒr das WEG Konto, da unsere Bank exorbitante GebĂŒhren nimmt. Hast du inzwischen eine gefunden? Ich hatte auf eine Antwort im Artikel hier gehofft, aber da werden keine Banken empfohlen. WĂ€re sehr an einer Empfehlung interessiert. Gruß, Mareike

  10. Hallo liebes Ratgeber-Team, mir ist durch Zufall aufgefallen, dass Teile eurer Texte mit Werbung ĂŒberdeckt werden

    Grade auf dieser Seite “Ein WEG-Eigenkonto einrichten: Alle Infos, Tipps und Bankenliste!” ist das essentiell:
    Die Bankenliste wird nÀmlich von einem Google Ad verdeckt und das ist bestimmt nicht so gewollt.
    Im folgenden Absatz “Besser ist es, wenn eine WEG den Verwalter damit beauftragt,
 ” hört bei mir der Text an der Stelle “
, auf das auch die Hausgeldzahlungen eingehen sowie ein weiteres fĂŒr die Anlage der
” auf. Dann kommt Werbung und unterhalb geht der Text weiter mit “
Konditionen und Leistungen informieren.”
    Das ist mir aufgefallen, als ich die Webseite als PDF gespeichert habe und der Acrobat die Ad-Overlays vielfach rausgenommen hat und ich plötzlich eine Liste der Banken hatte und auch mehr Text sah

    Leider kann ich hier keine Screenshots anfĂŒgen, aber ihr solltet das dringend ĂŒberprĂŒfen!
    GrĂŒĂŸe


    1. Hallo Claus,
      vielen herzlichen Dank fĂŒr den Hinweis! Bei uns funktioniert es in der Darstellung auf allen Browsern sowie EndgerĂ€ten ohne Weiteres, das ist ja seltsam. Wir kĂŒmmern uns darum, nochmals danke!

  11. Erfahrung mit der [Name der Bank anonymisiert]. Zuerst war es schwierig trotz Kontovollmacht eines WohnungseigentĂŒmer nach Tod unseres Verwalters AuskĂŒnfte zu erhalten, spĂ€ter dann Sperrung des Kontos durch Nachlassgericht, weil Treuhandkonto, hieß es zuerst sie wĂŒrden ein WEG Konto einrichten, wenn Erben den Erbschein vorlegen, plötzlich unter einem Vorwand wurde uns mitgeteilt das sie dieses Konto nicht fĂŒr uns eröffnen. Wir sind langjĂ€hrige Kunden, ĂŒber 50 Jahre, sogar Anteilseigner. Rat der Bank wir sollten uns eine Direktbank suchen. Es ist schon erschreckend wie mit langjĂ€hrigen Kunden umgegangen wird. Besonders hat mich das Verhalten meines Kundenberates enttĂ€uscht, es wurde auf zwei Mails nicht geantwortet sondern ein anderer Mitarbeiter mir völlig unbekannter, hat am Freitagnachmittag telefonisch mitgeteilt das man das Konto nicht eröffnet und wir sollten schnellst möglich woanders ein Konto eröffnen. Wir sind eine kleine EigentĂŒmergemeinschaft und verwalten uns selber.

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