Ein WEG-Eigenkonto einrichten: Alle Infos, Tipps und Bankenliste!

Erfahren Sie, wie eine WEG eine WEG-Eigenkonto mit Onlinezugang für den Beirat richtig einrichtet mit einer Liste von Banken.

Bei der Eröffnung eines WEG-Eigenkontos müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Gleichzeitig haben sich in Deutschland nur wenige Banken auf diese spezielle Art von Konto spezialisiert.

In einem der ersten Artikel auf Hausverwaltung-Ratgeber.de widmeten wir uns dem WEG-Eigenkonto sowie dem Treuhandkonto und stellten die Unterschiede zwischen beiden Kontoarten heraus. Nicht umsonst wurde dieses Thema auf dem Blog so frühzeitig angesprochen, denn für eine WEG ist es sehr wichtig, dass deren Gelder sicher angelegt sind. Dies ist nur und ausschließlich mit dem WEG-Eigenkonto der Fall, denn die WEG ist der Besitzer – man spricht auch von einem auf den Namen der WEG lautenden Konto. Ganz gleich, was manche fragwürdigen Verwalter hinsichtlich des Treuhandkontos auch sagen und versprechen mögen, ein Treuhandkonto ist für die Hausverwaltung ungeeignet und entspricht nicht den Anforderungen der ordnungsgemäßen Verwaltung. Im Wohnungseigentumsgesetz ist schließlich festgelegt, dass der WEG-Verwalter die Gelder der Gemeinschaft getrennt von seinem eigenen Vermögen halten muss (§ 27 WEG). Aufgrund der unterschiedlichen Besitzverhältnisse beim WEG-Eigenkonto und dem Treuhandkonto müssen auch andere Voraussetzungen geschaffen sein, um ein WEG-Eigenkonto zu eröffnen. Daher erklärt dieser Beitrag, wie die Kontoeröffnung für das WEG-Eigenkonto, das auch unter der Bezeichnung offenes Fremdgeldkonto bekannt ist, funktioniert.

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Der Verwalter übernimmt üblicherweise die Eröffnung der WEG-Eigenkonten.

Die Kosten für ein WEG-Konto mögen zwar höher sein als für ein Treuhandkonto, doch diese sind vernachlässigbar, wenn man die Vorteile hinsichtlich der Sicherheit dieser Kontenform berücksichtigt. Keine WEG sollte sich ein Treuhandkonto – aus welchen Gründen auch immer – aufschwatzen lassen.

Tipps und Infos, bei welcher Bank Sie wie ein spezielles WEG-Eigenkonto bzw. offenes Fremdgeldkonto einrichten können.
Das WEG-Eigenkonto bietet nur Vorteile für eine WEG. Aber auch ein seriöser Verwalter wird diese Form des Kontos zu schätzen wissen. Übernimmt er eine WEG mit bestehenden offenen Fremdgeldkonten, wie WEG-Eigenkonten auch bezeichnet werden, muss er sich nur legitimieren und keine Kontoeröffnungsanträge ausfüllen.

In der Regel werden WEG-Eigenkonten durch einen neuen Hausverwalter für die WEG eingerichtet, nachdem der vorherige Verwalter mit Treuhandkonten gearbeitet hatte. Nicht selten fällt erst im Nachhinein auf, dass ein schlechter WEG-Verwalter Treuhandkonten genutzt hatte – auch, wenn im eigenen Verwaltervertrag offene Fremdgeldkonten als Anlageform des Vermögens der WEG festgeschrieben waren!  Verwalter, die sich nicht einmal an ihren eigenen Vertrag – mag er noch so ungünstig für eine WEG sein – halten, kann man getrost als unseriös bezeichnen.
Daneben gibt es in einer ungünstigen Konstellation die Variante, dass Verwalter der WEG gerne mitzuteilen, dass die von ihm favorisierten Banken keine WEG-Konten anbieten und er somit dazu gezwungen sei, Treuhandkonten einzurichten. Selbst, wenn er die Eigentümer zu einem entsprechenden Beschluss bewegen kann, ist diese Vorgehensweise nicht rechtens!

Punkte, die eine WEG vor der Kontoeröffnung klären muss:

  • Über welchen Verfügungsrahmen soll der Verwalter verfügen und ab wann ist eine Zustimmung seitens des Verwaltungsbeirates und ein Beschluss durch die Eigentümerversammlung erforderlich?
  • Soll ein Tageslimit für den Verfügungsrahmen über das offene Fremdgeldkonto festgelegt werden?
  • Welcher Miteigentümer soll die Kontobewerbungen auf dem WEG-Eigenkonto überprüfen?
  • Werden von diesem Miteigentümer Kontoauszüge als Duplikat gewünscht, oder reicht ein Onlinezugang ohne Verfügungsberechtigung aus?

Erforderliche Unterlagen zur WEG-Eigenkontoeröffnung:

So richten Sie ein transparentes WEG-Eigenkonto mit Leserecht für den Verwaltungsbeirat bei einer geeigneten Bank ein.
Das WEG-Konto ermöglicht es, dass eine Miteigentümerin oder ein Miteigentümer Zugriff auf die Buchungen, also ein Leserecht, hat. So wird dieses spezielle Konto den Anforderungen an die Transparenz im Bereich Hausverwaltung gerecht.

Mit einem WEG-Eigenkonto hat eine WEG also eine optimale Basis, um die Arbeit des Hausverwalters zu überwachen. Ein Einsichtsrecht per Internetzugang oder das Zusenden von Duplikatskontoauszügen sorgen für die erforderliche Transparenz, die bei einem Treuhandkonto so nicht möglich ist. Es muss sich nur eine Person aus der WEG bereit erklären, die Kontobewegungen regelmäßig zu sichten. Normalerweise handelt es sich um ein Mitglied des Verwaltungsbeirates, wodurch noch einmal die Bedeutung dieser Institution deutlich wird. Nur in seltenen Fällen ist es besser, keinen Verwaltungsbeirat zu wählen als einen inkompetenten Beirat zu etablieren.
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Welche Banken bieten WEG-Konten an? Spezialisierte Banken sind meistens die bessere Wahl!

Die üblichen Banken mit Filialnetz sind oftmals nicht die erste Wahl, wenn es um die Einrichtung von offenen Fremdgeldkonten für eine WEG geht. In Deutschland haben sich einige Banken auf WEG-Konten spezialisiert.

Richten Sie bitte als WEG immer ein WEG-Eigenkonto, das auf den Namen der WEG lautet, ein.
Nutzt der Verwalter Treuhandkonten, fordert die WEG ihr Glück heraus. Alles kann gut gehen, muss aber nicht. Das Problem an Treuhandkonten ist die Tatsache, dass der WEG-Verwalter der Inhaber ist. Beim WEG-Konto ist dies die WEG und der Hausverwalter hat nur eine Verfügungsberechtigung entsprechend den Vorgaben der Gemeinschaft. Es gibt mittlerweile mehrere Banken, die spezielle WEG-Eigenkonten anbieten. Meistens erfolgt der Service online, was unproblematisch ist.

Nur selten lohnt es sich, als WEG ein offenes Fremdgeldkonto bei einer Filiale der bekannteren Banken einzurichten. Diese neigen durchaus dazu, Treuhandkonten für einen Verwalter einzurichten, der Gelder für eine von ihm betreute WEG anlegen möchte. Dies entspricht keiner ordnungsgemäßen Verwaltung und die Angestellten einer Bank sollten dies prinzipiell besser wissen. Doch was interessiert es die Bank, wenn eine WEG aufgrund eines unseriösen Hausverwalters Gelder von einem Treuhandkonto verliert? Die Bank wird dann auf unschuldig tun und alle Verantwortung auf den WEG-Verwalter schieben und sich geschickt aus der Affäre ziehen. Die WEG ist ja schließlich kein Kunde bei der Bank, sondern der Verwalter. Dieser dürfte dann zudem mehrere Treuhandkonten bei der Bank haben, auf denen sich die Gelder weiterer WEGs befinden, sodass er vermutlich gar als guter Kunde gilt. Als Teil einer WEG haben Sie da keine Chance. Zudem kann es teilweise so weit gehen, dass man als Wohnungseigentümer bei gezielten und berechtigten Fragen rund um WEG-Konten und Treuhandkonten von einem Filialleiter zu hören bekommt, dass man sich besser mit den Kontodetails auskennt als er selbst. Solche Kreditinstitute wecken verständlicherweise wenig Vertrauen und stellen für interessierte Wohnungsbesitzer und Miteigentümer vermutlich nicht die erste Wahl dar.

Eine ordnungsgemäße Verwaltung zeichnet sich unter anderem durch die Einrichtung von WEG-Eigenkonten für das Girokonto sowie für die Anlage der Instandhaltungsrücklage aus.
Im Fazit lässt sich sagen, dass die Nutzung von WEG-Eigenkonten im Rahmen der Hausverwaltung ein Kernmerkmal der sogenannten „ordnungsgemäßen Verwaltung“ darstellt. Kein seriöser Verwalter würde auf Treuhandkonten zurückgreifen wollen.

Bei einem Treuhandkonto ist nicht die WEG, sondern der Hausverwalter Inhaber des Kontos und somit Kunde der Bank. Entsprechend wenig Hilfe können Sie von einer Bank erwarten, die – trotz der gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich einer ordnungsgemäßen Verwaltung – Treuhandkonten für einen Verwalter einrichtet. Ein Einsichtsrecht bei der Bank können Sie als Eigentümer im Falle von Treuhandkonten leider nicht erzwingen.

Besser ist es, wenn eine WEG den Verwalter damit beauftragt, WEG-Konten bzw. offene Fremdgeldkonten bei einem darauf spezialisierten Kreditinstitut einzurichten. Für eine WEG werden immer zwei Konten benötigt: Ein Konto als Girokonto für die regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben, auf das auch die Hausgeldzahlungen eingehen sowie ein weiteres für die Anlage der zweckgebundenen Instandhaltungsrücklage.

Auswahl an Banken mit WEG-Konten im Angebot

  • BfW Bank für Wohnungswirtschaft AG
  • Deutsche Kreditbank Aktiengesellschaft
  • Hausbank München eG Bank für Haus- und Grundbesitz
  • WEG Bank AG

Die oben genannten Banken wurden in rein alphabetischer Reihenfolge aufgezählt. Bevor eine WEG den Verwalter mit der Eröffnung eines WEG-Eigenkontos bei einem bestimmten Kreditinstitut beauftragt, sollte der Verwaltungsbeirat oder engagierte Miteigentümer sich über die entsprechenden Konditionen und Leistungen informieren. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, einem guten und erfahrenen Verwalter die Wahl der Bank zu überlassen.

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Was geschieht mit den WEG-Eigenkonten einer Gemeinschaft bei einem Verwalterwechsel?

Vergleichen Sie die Banken, bevor Ihre WEG ein WEG-Eigenkonto einrichten lässt.
Wenn Sie sich als Miteigentümer hinsichtlich der Hausverwaltung engagieren möchten, können Sie die Konditionen der einzelnen Banken vergleichen. Das Angebot an WEG-Konten wächst kontinuierlich, schließlich geht es um etliche Millionen von Euro, wenn man die deutschlandweiten Instandsetzungsrücklagen bedenkt.

Bei den offenen Fremdgeldkonten einer WEG ist ein Verwalterwechsel mit wenig Aufwand verbunden. An der Inhaberschaft ändern sich nichts.

Bei einem Verwalterwechsel ändert sich an den bereits bestehenden WEG-Eigenkonten eigentlich nichts. Der neue Verwalter muss lediglich per Beschluss auf einer Eigentümerversammlung Zugriff auf die relevanten Konten erhalten und mit allen erforderlichen Zugriffsrechten, beispielsweise um Überweisungen zu veranlassen, ausgestattet werden. Auch muss die Bank natürlich noch über die Anschrift des Verwalters für die Zusendung der Kontoauszüge informiert werden. Der Kontoinhaber bleibt gleich: die WEG!

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