Weiterbildung in der Hausverwaltung: So gehen Sie das Thema richtig an!

Informieren Sie sich hier zur Weiterbildung und Fortbildung in der Hausverwaltung.

Auch im Bereich der Immobilienverwaltung hat die Digitalisierung Einzug gehalten. Wir geben Ihnen einen Überblick zu entsprechenden Weiterbildungsmöglichkeiten, wenn Sie Ihren Beruf in diesem Sektor ausüben.

Wenn Sie beruflich in der Hausverwaltung tätig sind wissen Sie, dass nicht nur das Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) aus dem Jahr 2020 viele Änderungen in der täglichen Arbeit bedeutet. In diesem speziellen Dienstleistungsbereich hat sich in den letzten 10 Jahren, wie auch in allen anderen Branchen, viel verändert. Kunden bzw. Eigentümer und Mieter können online quasi rund um die Uhr Kontakt zur zuständigen Hausverwaltung aufnehmen und viele Prozesse wurden automatisiert. Seit Kurzem können Mitglieder von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) sogar virtuell an Eigentümerversammlungen teilnehmen – eine Tatsache, die vor Corona noch fast undenkbar gewesen wäre. Neben der Digitalisierung hat auch der Gesetzgeber im Immobilienverwaltungsbereich in den letzten Jahren in Ergänzung zum WEMoG einige Änderungen bekannt gegeben.

Ohne eine zielgerichtete Weiter- und Fortbildung kommen Sie beruflich im Immobiliensektor nicht mehr weit. Es gilt, sich nicht nur im Bereich der Hausverwaltung ständig weiterzuentwickeln.

Um in dieser sich wandelnden Branche den Überblick zu behalten, ist eine permanente Anpassung unausweichlich. Auch technisches Know-how im Bürobereich sowie in der Buchhaltung ist überaus gefragt. Weiterbildungen im Bereich Wirtschaft und Verwaltung sind eine gute Möglichkeit, sich auf den aktuellen Stand zu bringen, Zertifikate für zukünftige Bewerbungen zu sammeln oder sogar neue Abschlüsse zu erwerben. Erfahren Sie in diesem Beitrag, welche Weitbildungsmöglichkeiten existieren und ob diese für Sie interessant sein könnten!

Welche Bereiche innerhalb der Hausverwaltung müssen Sie abdecken können?

Eine Tätigkeit im Bereich der Hausverwaltung geht mit viel Verantwortung einher und ist sehr vielfältig. Man muss sich in verschiedensten Teilbereich auskennen und dementsprechend unterschiedlichste Kompetenzen mitbringen.

Das sind Tätigkeiten und Bereich bzw. Aufgaben in der Immobilienverwaltung.
In der Immobilienverwaltung gibt es unterschiedliche Teilbereiche, die Detailkenntnisse unabdingbar machen.

Eigentümergemeinschaften, vermietete Objekte, Wohnanlagen und gewerbliche Immobilien wollen organisiert werden. Während des Lebenszyklus einer Immobilie fallen viele Aufgaben an, die erledigt werden müssen. Diese Tätigkeiten kann man grob in die technische sowie in die kaufmännische Verwaltung unterteilen.

Typische Tätigkeiten in der technischen Verwaltung

Sie stellt sicher, dass die technischen Einrichtungen in den Immobilien einwandfrei funktionieren. Dazu gehören beispielsweise Aufzüge, Klingelanlagen und Ähnliches. Außerdem kümmert sich die technische Verwaltung um die Betreuung und Kontrolle von Hausmeistern, Reinigungskräften und Gartenpflegern. Sie prüft regelmäßig, ob Modernisierungs- oder Instandhaltungsarbeiten (siehe Erhaltungsrücklage) an der Immobilie erforderlich sind und leitet Empfehlungen an die kaufmännische Abteilung weiter.

Aufgaben in der kaufmännischen Hausverwaltung

In der kaufmännischen Sparte der Verwaltung geht es um die organisatorischen und wirtschaftlich-verwaltenden Tätigkeiten. Zum einen werden Miet- oder Dienstleistungsverträge vorbereitet und geschlossen. Aber auch die Buchhaltung inklusive Rechnungsstellung und Überwachung des Zahlungsverkehrs sowie die Organisation der Betriebsabläufe gehören dazu. Bei technischen Mängeln oder bei Modernisierungsbedarf kümmert sich diese Sparte um das Einholen und den Vergleich von Angeboten, inklusive der Auftragsvergabe. Im Hinblick auf die Verwaltung von Eigentümergemeinschaften werden die Eigentümerversammlungen (ETV) vorbereitet, durchgeführt und nachbearbeitet. Auch die Abrechnung von Hausgeldzahlungen oder Nebenkosten wird durch den kaufmännischen Teil der Verwaltung erledigt.

Ausbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten in der Hausverwaltung

Gerade im Bereich der Hausverwaltung gibt es ein breit gefächertes Angebot an Ausbildungs- aber auch an Umschulungsmöglichkeiten. Für wen dieses in Frage kommt, sollte sich vorab gut informieren.

Immobilienkaufleute verfügen über das notwendige Grundwissen für die Arbeit in einer Verwaltung. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und wird mit einer Prüfung vor der IHK (Industrie- und Handelskammer) abgeschlossen. In der Ausbildung werden ihnen Fähigkeiten im Bereich der Vermietung und des Verkaufs von Grundstücken und Objekten, der Verwaltung von Immobilien sowie grundlegendes kaufmännisches Wissen vermittelt. Sie können somit in den verschiedensten Abteilungen einer Hausverwaltung eingesetzt werden und unterstützen mit einer breit gefächerten Sachkenntnis.

Zertifizierte Fortbildungen im Überblick

Darum lohnt sich eine Weiterbildung bzw. Fortbildung im Bereich der Immobilienverwaltung
Wer sich im Bereich der Immobilienverwaltung weiterbilden möchte, findet ein großes Angebot an zertifizierten Lehrgängen und Schulungen bzw. Trainings. Diese finden entweder online oder in Form von Präsenzunterricht statt.

Möchte man sich nach erfolgreich abgelegter Prüfung zum Immobilienkaufmann im Verwaltungsbereich weiterbilden, gibt es unter anderem die Wahl zwischen diesen Zertifikatslehrgängen:

All diese Fortbildungen erfüllen den Zweck, das Basiswissen in professionelles Hintergrundwissen zu wandeln und zugleich das unternehmerische Denken zu fördern. Einige dieser Weiterbildungen setzen eine kaufmännische Ausbildung und Berufserfahrung voraus.

Lohnt sich der Immobilienfachwirt (IHK) für eine berufliche Karriere?

„Learning by Doing“ ist zwar ein effektives Mittel, um wichtige Fachkenntnisse zu erlangen. Eine Grundlagenausbildung ist jedoch durch nichts zu ersetzen.

Diese Fortbildung richtet sich an Immobilienkaufleute, die bereits einige Jahre Berufserfahrung in der Immobilienbranche sammeln konnten. Sie befähigt den Absolventen, Fach- und Führungsaufgaben in der Immobilienverwaltung – aber nicht nur – zu übernehmen. Immobilienfachwirte sollen lernen, immobilienwirtschaftliche Vorfälle volks- und betriebswirtschaftlich sowie technisch und rechtlich sicher beurteilen zu können und hierauf basierend Entscheidungen zu treffen. Der Fachwirt lohnt sich aber nicht nur im Rahmen einer persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung, sondern auch in finanzieller Hinsicht. Laut Entgeltatlas der Agentur für Arbeit verdienen Immobilienfachleute nach derzeitigem Stand durchschnittlich knapp € 4.000,00 Brutto pro Monat, was einem Jahresbruttogehalt von € 48.000,00 entspricht.

Haus- und Grundstücksverwalter (IHK): Eine Ausbildung für Experten in Großunternehmen

Das Facility Management ist etwas anderes als die WEG-Verwaltung für kleinere Immobilien. Entsprechende Kenntnisse vermittelt die Ausbildung zum Haus- und Grundstücksverwalter (IHK).

Für Hausverwalter ist das Studium zum Haus- und Grundstücksverwalter eine sinnvolle Weiterbildungsoption.
Viele Mitarbeiter von Immobilienverwaltungen entscheiden sich für das Fernstudium zum Haus- und Grundstücksverwalter (IHK).

Ebenso gelten Objektverwalter als Spezialisten. Das Einkommen ist mit dem eines Fachwirtes vergleichbar. Sie sind in allen Abteilungen der Verwaltung einsetzbar. Darüber hinaus arbeiten sie auch in Immobilienverwaltungen, die sich um größere Objekte kümmern (siehe Facility Management). Dazu gehört zum Beispiel die Gebäudeverwaltung für Unternehmen mit großem Eigenbestand, wie es etwa bei öffentlichen Verwaltungen der Fall ist.

Empfehlenswert für Hausverwaltungen: Auf dem aktuellen Stand als Zertifizierter Verwalter (IHK)

Anders als bisher unterliegen Hausverwaltungen nun gemäß der Gewerbeordnung einer Weiterbildungspflicht, deren Umfang genau definiert ist.

Eine der Neuerungen durch den Gesetzgeber ist der „Nachweis über die Weiterbildungspflicht gemäß §34c GewO“. Immobilienverwalter und Mitarbeiter, die bei der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitwirken, sollen sich regelmäßig weiterbilden. Unter dem Begriff „regelmäßig“ versteht der Gesetzgeber einen Umfang von mindestens 20 Stunden innerhalb von drei Jahren. Eine gute Möglichkeit, um den Beleg für die Weiterbildung zu erhalten, ist der Lehrgang zum zertifizierten Verwalter, der mit einer Prüfung durch die zuständige IHK abgeschlossen wird. Mit dieser Weiterbildung ist man wieder auf einem aktuellen Stand, was Vorschriften, Rechtsprechung und gesetzliche Vorgaben anbelangt.

Immobilienmakler (IHK): Die Grundlagenausbildung für angehende Makler

Der Abschluss Immobilienmakler (IHK) eignet sich, wenn man in den Bereich der Immobilienvermittlung einsteigen möchte. Quereinsteiger profitieren ebenfalls davon.

Hier erfahren Sie mehr zur Ausbildung zum Immobilienmakler (IHK)
Wer im Bereich der Immobilienvermittlung tätig sein möchte, sollte über eine entsprechende Ausbildung verfügen. Hier kommt der Immobilienmakler (IHK) in Frage. Der Umgang mit Verkäufern und Vermietern und mit Käufern sowie Mietern ist nicht immer einfach. Zudem müssen zahlreiche rechtliche Aspekte in der Immobilienvermittlung berücksichtig werden.

Auch in der Hausverwaltung – und nicht nur in einem klassischen Maklerbüro – fallen Vermittlungstätigkeiten an. Wer sich speziell für die Neuvermietung von Immobilien interessiert, kann seine Fähigkeiten in diesem Bereich erweitern. Genau wie beim Immobilien- bzw. Hausverwalter ist auch hier eine regelmäßige Weiter-/Fortbildung gesetzlich vorgeschrieben. Mit dem Bestellerprinzip, der Widerrufsbelehrung oder auch der Festlegung von Exposé-relevanten Daten (z. B. energetische Angaben) gab es auch hier in den letzten Jahren genügend Reformen, die kontinuierliche Schulungen unabdingbar machen.

Weiterbildungspflicht mit Seminaren erfüllen und die Digitalisierung bewältigen

Weiterbildungspflicht und Digitalisierung können einander auf sinnvolle Weise ergänzen. Hausverwaltungen profitieren von Synergieeffekten, wenn die Weiterbildungsmaßnahmen sinnvoll ausgewählt werden.

Themengebiete für die gesetzlich vorgeschriebene Weiter- bzw. Fortbildung sind neben den Grundlagen der Immobilienwirtschaft auch rechtliche Schwerpunkte, Verbraucherschutz und Wettbewerbsrecht, steuerliche Grundlagen und Basiswissen im Bereich der Immobilienfinanzierung. Die Ausbildungen können in Präsenzform bei Weiterbildungsträgern, aber auch online per Webinar oder in den Betrieben in Form von Inhouse-Seminaren erfolgen. Um das Thema Datenschutz und IT-Sicherheit kommt heutzutage ebenfalls kein Unternehmen mehr herum. Glücklich können sich jene Betriebe schätzen, welche Mitarbeiter beschäftigen, die bereit sind, sich in diese sehr speziellen Themen sorgfältig einzuarbeiten und ihr Wissen mit den Kollegen zu teilen. Dieses Wissen ist aktuell sehr gefragt und Verstöße können teuer werden. Gleichzeitig gewinnen diese Themen aber auch gerade im Hinblick auf die Arbeit im Homeoffice immer mehr an Bedeutung.

In 2022 lohnt es sich, kreative Wege im Immobiliensektor zu gehen!

Marketing und insbesondere Suchmaschinenoptimierung (SEO) werden auch für Unternehmen der Immobilienbranche immer interessanter. Das Werbebudget ist meistens knapp bemessen und die Konkurrenz groß.

Aktuell sprechen viele Gründe für eine Weiterbildung im Immobiliensektor, gerade wenn Sie bei einer Hausverwaltung arbeiten.
In die eigene berufliche Zukunft zu investieren, ist eine sinnvolle Angelegenheit. Wichtig ist, dass Sie eine Weiterbildung oder Fortbildung finden, die zu Ihnen und zu Ihren beruflichen Zielen passt. Eine Spezialisierung ist möglich. Es ist also sinnvoll, sich vorab gut zu informieren.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es erforderlich, sich von anderen Unternehmen abzuheben und Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten. Seminare im Marketingbereich, beispielsweise in der Immobilienvermarktung, können helfen, neue Ideen zu entwickeln. Aber auch Weiterbildungen zur Objektfotografie oder zum Home Staging eröffnen neue Möglichkeiten und stellen eine gute Abwechslung zu solchen Seminaren dar, die sich beispielsweise mit Steuer- und Rechtsthemen, der Büroorganisation oder dem Buchhalterischen beschäftigen. In diesem Zusammenhang sei ebenfalls auf das Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO) verwiesen, mit dem man Sichtbarkeit im Internet erzeugt und somit womöglich auf teure Werbekampagnen verzichtet werden kann.

Die Hausverwaltung ist aktuell abwechslungsreich wie nie zuvor!

Die aktuellen Entwicklungen in der Branche bieten vielfältige Chancen. Um diese effektiv nutzen zu können, ist eine gute Weiterbildung von großer Bedeutung.

Der Wandel bringt also nicht nur neue Herausforderungen mit sich, durch die vielseitigen Lösungsangebote wirtschaftlicher, technischer oder kreativer Natur, ist er auch reich an Möglichkeiten für die berufliche Verwirklichung. Abschließend kann man sagen, dass man sich mit einer beruflichen Weiterbildung nicht nur tiefer in spezielle Thematiken einarbeiten kann, auch karrieretechnisch eröffnet einem ein Lehrgang neue Perspektiven.

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