Woran erkennt man einen unseriösen Hausverwalter?

Vom unseriösen Hausverwalter zu einem WEG-Verwalter, der Gelder der Eigentümergemeinschaft veruntreut ist der Weg oftmals nicht weit.

Der Verwalter einer Wohnungseigentümergemeinschaft verwaltet fremdes Eigentum und Geld. Somit ist es wichtig, dass Sie als Wohnungseigentümer ein Gespür dafür entwickeln, ob Ihr Verwalter serös agiert. Noch immer sind sehr viele unseriöse Menschen im Bereich der Hausverwaltung tätig.

Merkmale und Indizien für einen unseriösen Verwalter sind vor allem finanzielle Unregelmäßigkeiten in Verbindung mit einer durchweg schlechten Hausverwaltung und Zustand der Immobilie.
Es gibt mehrere Merkmale, die für einen unseriösen Verwalter sprechen. Wer eine seriöse Hausverwaltung missen lässt, hat nicht selten eigene finanzielle Interessen, denen er mit den Geldern der WEG nachgeht.

Wenn Sie Besitzer einer Eigentumswohnung sind, haben Sie mit Ihren Miteigentumsanteilen (MEA) an einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) beteiligt und sind zugleich Pflichten eingegangen. Dazu gehört insbesondere die Verpflichtung, sich an den Ausgaben der WEG zu beteiligen und somit Hausgeld zu zahlen. Hinsichtlich des Hausgeldes möchte man natürlich möglichst wenig zahlen, doch die Immobilie in einem guten Zustand wissen. Wie hoch das Hausgeld ist und in welchem Zustand sich die Gemeinschaftsimmobilie befindet, hängt vor allem von der Arbeit des Verwalters ab, mit dem die WEG einen Vertrag geschlossen hat. Dem Verwalter kommt eine ganz besondere Rolle innerhalb der Hausverwaltung zu, denn er vertritt die WEG nach außen und schließt für diese Verträge mit Dienstleistern oder Handwerkern ab. Haben Sie einen seriösen und engagierten Verwalter, dürften sich keine großen Probleme für Sie ergeben und Sie haben dann vermutlich nur wenig Arbeit und Ärger mit dem Thema Hausverwaltung.

Anders sieht es aus, wenn Sie das Pech hatten, sich in eine WEG einzukaufen, die bereits einen fragwürdigen Verwalter bestellt hat oder die zu einem unseriösen Verwalter wechseln möchte. Leider gibt es noch immer sehr viele schwarze Schafe unter den WEG-Verwaltern in Deutschland. Würden Sie jemanden, den Sie nicht oder nur wenig kennen, Teile Ihres Privatvermögens anvertrauen? Im Falle einer Eigentumswohnung tun Sie dies regelmäßig. Somit ist es wichtig, dass Sie wissen, wie man einen guten von einem eher schlechten Verwalter unterscheidet. Wir möchten Ihnen ein paar Hinweise geben, was dafür spricht, dass ein Verwalter unseriös arbeitet.

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Warum arbeiten manche Verwalter professionell, während andere unseriös sind?

Ein unseriöser Verwalter muss nicht zwangsläufig kriminell sein. Doch die Chancen, dass Ihr Geld in Gefahr ist, sind groß, wenn der Verwalter Ihrer WEG bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legt.

Es ist wichtig, sich zunächst die Frage zu stellen, was die Beweggründe für einen WEG-Verwalter sind, unseriös zu agieren und es an einer ordnungsgemäßen Verwaltung missen zu lassen. Die folgenden Punkte treffen häufig zu:

Ein finanzieller Schaden ist fast immer mit einer unseriösen Hausverwaltung verbunden, wobei im Mittelpunkt die finanziellen Interessen des Verwalters stehen, der vielleicht auch noch Untreue begangen hat.
Manche Verwalter verrechnen sich immer zu ihrem eigenen Vorteil. Die Ursachen für eine unseriöse Verwaltung sind vielfältig und lassen sich nicht immer auf einen konkreten Faktor begrenzen. In der Regel stehen jedoch finanzielle Beweggründe im Vordergrund, wenn ein WEG-Verwalter beschließt, von den Maßstäben einer ordentlichen Verwaltung abzurücken.
  1. Der Verwalter hat keinen Anspruch an seine eigene Arbeitsleistung.
  2. Bei dem Verwalter sind die erforderlichen Kompetenzen zur Wahrnehmung seiner Aufgabe schlichtweg nicht vorhanden.
  3. Der Verwalter ist eher bequem und versucht stets, den Arbeitsaufwand für seine Tätigkeit so gering wie nur möglich zu halten.
  4. Geld, vor allem sein eigenes, ist dem Verwalter ein zentrales Anliegen.
  5. Der Verwalter hat Freude daran, anderen Menschen zu schaden.
  6. Das Gefühl von Macht spielt für den Verwalter eine überaus wichtige Rolle.

Betrachtet man die obigen Punkte, lässt sich feststellen, dass meistens mehrere Gründe eine Rolle spielen, wenn ein Verwalter für sich entscheidet, den Punkt Seriosität einfach außer acht zu lassen. Eine WEG mit einem problematischen Verwalter wird sich also fast immer mit mehreren Aspekten konfrontiert sieht. Ein Verwalter, der Geld veruntreut, wird zum Beispiel meistens auch keinen allzu großen Arbeitseinsatz aufbringen, schließlich ist ihm die Wohnungseigentümergemeinschaft egal und er wird genug Aufwand haben, die Untreue zu vertuschen.

Eine Infografik die Merkmale eines unseriösen WEG-Hausverwalters auflistet, der vielleicht sogar Gelder veruntreut und sich damit der Strafttat der Untreue schuldig macht.
Diese Infografik zeigt die wichtigsten Punkte, die für einen unseriösen WEG-Verwalter sprechen. Bedenken Sie, dass ein unseriöser Verwalter nicht immer unfreundlich sein muss. Manche „schwarzen Schafe“ besitzen auch die Fähigkeit, Menschen zu überzeugen. Lassen Sie immer die Fakten sprechen, wenn Sie Probleme in der Verwaltung Ihrer WEG vermuten. Zum Vergrößern bitte hier oder auf das Bild klicken!

Aber auch ein Verwalter, der nichts Böses im Schilde führt, kann sich für alle Wohnungseigentümer als katastrophal auswirken, wenn er nicht die notwendige Fachexpertise oder die persönlichen Voraussetzungen zur Wahrnehmung seiner Funktion mitbringt. Lässt sich ein solcher ständig von Handwerkern über den Tisch ziehen, entsteht der Gemeinschaft natürlich auch ein Schaden. Gleichzeitig kann das Wohnen in einer Immobilie sehr unangenehm sein, wenn der Verwaltungsbeirat seine Aufgabe als falschverstandene Machtbasis sieht, anderen Eigentümern das Leben schwer macht – und der Verwalter hat nicht genügend Durchsetzungsvermögen, um dem ein Ende zu bereiten. Nachdem wir uns mit den Beweggründen für eine unseriöse Verwaltung auseinandergesetzt haben, geht es nun um konkrete Hinweise, die für einen unseriösen Verwalter sprechen könnten.

Mögliche Indizien für einen unseriösen Verwalter

Die Einsichtnahme in die Verwaltungsunterlagen Ihrer WEG ist sehr wichtig, wenn Sie einen Anfangsverdacht gegen den Hausverwalter haben.

Ein unseriöser Verwalter wird auf vielfältige Methoden zurückgreifen und versuchen, die Missstände in seiner Hausverwaltung zu verschleiern.
Es beginnt vielleicht mit merkwürdigen Abrechnungen oder fragwürdigen Antworten, die sich im Nachhinein als Lügen entpuppen, mit denen unseriöse Hausverwalter den Verdacht auf sich lenken. In aller Regel möchte ein unseriöser Verwalter sein Handeln vertuschen. Er wird alles daran setzen, kritische Stimmen zu unterdrücken und eine vollständige Einsicht in alle wichtigen Verwaltungsunterlagen (Kontoauszüge, Rechnungen etc.) zu verhindern. Je konkreter Sie nachfragen, desto unglücklicher wird er sich in Ausreden verzetteln. Als Eigentümer ist es Ihr gutes Recht, Punkte in der Hausverwaltung kritisch zu hinterfragen. Ein seriöser Verwalter wird alles tun, um vermeitliche Probleme in kooperativer Weise zu erläutern und offene Fragen mit Beweisen zu klären – schließlich ist ihm sein guter Ruf wichtig. Dies bedeutet aber nicht automatisch, dass ein freundlicher Verwalter seriös und ein wenig zugänglicher Verwalter inkompetent sein muss. Im schlimmsten Fall ist Ihr WEG-Verwalter nicht nur unseriös, sondern auch noch untreu. Dann vergreift es sich auch an Ihrem Geld!
  • Das Hausgeld ist unverhältnismäßig hoch und es gibt keine schlüssigen und nachvollziehbaren Gründe (z.B. niedrige Handwerkerrechnungen) dafür.
  • Der Zustand der Immobilie ist schlecht, trotz hoher Zuführungen zur Instandhaltungsrücklage.
  • Die Hausverwaltung setzt keine Beschlüsse um, obwohl diese durch die WEG auf der Eigentümerversammlung beschlossen worden sind.
  • Handwerker und sonstige Dienstleister möchten nicht mehr für den Verwalter im Auftrag der WEG tätig sein, da dieser als Geschäftspartner einen schlechten Ruf genießt.
  • Die vom Verwalter abgeschlossenen Versicherungen für die Immobilie sind viel zu hoch und der Verwalter agiert vielleicht selbst sogar als Versicherungsmakler.
  • Man verweigert Ihnen Ihr Recht zur Einsichtnahme in die Verwaltungsunterlagen für Ihre Wohnungseigentümergemeinschaft.
  • Ihnen wird ohne erkennbaren Grund das Rederecht während der Eigentümerversammlung entzogen.
  • Der Verwalter ist von Treuhandkonten überzeugt und lässt nur diese zu. Er weigert sich, WEG-Konten einzurichten.
  • Der Verwalter schreit Sie an und bedroht Sie verbal oder vielleicht sogar durch eine sehr aggressive Körpersprache.
  • Es wird durch den Verwalter Stimmung bei den anderen Miteigentümern gegen Sie gemacht (Kaffeefahrtstimmung).
  • Der Verwalter lügt (mehrmals) nachweislich und weicht allen Fragestellungen aus, ohne diese verbindlich zu beantworten.
  • Von Ihnen geforderte Tagesordnungspunkte werden trotz formaler Korrektheit und eingehaltener Frist nicht aufgenommen.
  • Ihnen wird keine Liste der Eigentümer zur Verfügung gestellt, obwohl Sie für die Unkosten aufkommen möchten.

    Unseriöse Verwalter neigen dazu die Kontoauszüge und Rechnungen als Teil der WEG-Verwaltungsunterlagen nicht vollständig oder gar nicht vorzulegen. Gehen Sie auf Nummer sicher und setzen Sie Ihr Recht auf Einsichtnahme durch, wenn Sie ungeklärte Fragen haben!
    Fehlende Seriosität in der Hausverwaltung und ein Verhalten, das auf Untreue des WEG-Verwalters hindeutet, lassen sich meistens aus dem Kontoauszügen herleiten. Bestehen Sie bei einer Einsichtnahme der Verwaltungsunterlagen immer darauf, alle Kontoauszüge sowie Rechnungen der WEG vorgelegt zu bekommen. Unseriöse Verwalter haben viele Ausreden parat, um Ihnen die Einsichtnahme zu verweigen oder diese hinauszuzögern. So könnte ein fragwürdige Hausverwalter mitteilen, dass er keinen Zugriff auf die Unterlagen der WEG habe, weil ein Mitarbeiter krank oder im Urlaub sei. Lassen Sie sich von solchen Ausreden nicht beirren. Prüfen Sie auch immer, welche Art von Konten der Verwalter für die WEG nutzt! Handelt es sich um sicherere WEG-Eigenkonto oder um Treuhandkonten? Im letzteren Fall sollten Sie schnell handeln.
  • Der Verwalter lässt sich durch seine Mitarbeiter über Monate verleugnen. Gleichzeitig kann es passieren, dass er die Verantwortung für Probleme Dienstleistern oder Handwerkern zuschiebt.
  • Der Verwalter holt für umfangreichere Instandhaltungsmaßnahmen keine Vergleichsangebote oder hat „Lieblingsfirmen“, die trotz fragwürdiger Dienstleistung und/oder überteuerten Rechnungen immer wieder beauftragt werden.
  • Es werden keine Gewährleistungsansprüche im Namen der WEG gegenüber Handwerkern und sonstigen Dienstleitern geltend gemacht.
  • Einzelne Miteigentümer und / oder der Verwaltungsbeirat werden offensichtlich vom WEG-Verwalter bevorzugt und genießen in vielen belangen ohne Berechtigung freie Hand.
  • Der Hausverwalter lässt Termine verstreichen und antwortet weder auf Briefe und Einschreiben noch auf E-Mails.
  • Telefonisch ist er ebenfalls nicht erreichbar.
  • Die Tabellen zur Jahresabrechnung (Hausgeldabrechnung) erscheinen nicht wie aus einem Guss, sondern selbst gebastelt. Die meisten Verwalter nutzen eine Verwaltungssoftware, die wenig Raum für Manipulationen lässt und zugleich ein professionelles Aussehen gewährleistet.
  • Die Instandhaltungsrücklage wird durch den Verwalter regelmäßig und ohne Beschluss der Eigentümergemeinschaft zur Begleichung von den üblichen Betriebskosten zweckentfremdet. Geld von der Instandhaltungsrücklage fehlt einfach monate- oder jahrelang. Dabei ist die Instandhaltungsrücklage zweckgebunden, was ein unseriöser Verwalter nicht respektiert.
  • In der Eigentümerversammlung drängt der Verwalter aggressiv auf seine eigene Entlastung.
  • Die formale Korrektheit der Abstimmung zu den einzelnen Tagesordnungspunkten wird durch den Verwalter sehr locker gesehen und sie ist nicht nachvollziehbar.
  • Das Protokoll der Eigentümerversammlung wird durch den Verwalter sehr spät verschickt, sodass die Frist zur Einreichung einer Anfechtungsklage bereits abgelaufen ist oder nur noch wenig Zeit dafür besteht.

    Die Merkmale eines unseriösen Verwalters sind vielfältig. Abrechnungen stimmen nicht, die Kontoauszüge fehlen oder die Gelder der WEG sind auf unsicheren Treuhandkonten angelegt.
    Wenn Sie den Verdacht unseriöser Hausverwaltung oder gar der Untreue durch den WEG-Verwalter haben, müssen Sie Beweise sichern. Vermeiden Sie, dass der Hausverwalter diese im Aktenschredder „verliert“.
  • Im Protokoll sind die Beschlüsse der WEG aus der Eigentümerversammlung nicht richtig wiedergegeben.
  • Die Kopie der Anwesenheitsliste für die Eigentümerversammlung wird nicht zur Verfügung gestellt.
  • Es kommt zu mehreren Sonderumlagen.
  • Für Kardinalpflichten, wie beispielsweise für die Fahrt zum Objekt, lässt der Verwalter sich üppig entlohnen.
  • Der Inhalt des Verwaltervertrages ist sehr fragwürdig und dieser enthält viele Rechtschreibfehler, was auf eine unsachgemäße und eigens zusammengebastelte Erstellung hindeutet.
  • In den Einladungen zu den Eigentümerversammlungen wird von dem Mittel der Eventualeinberufung Gebrauch gemacht.

Ein unseriöser Verwalter möchte um jeden Preis vermeiden, dass Sie Einsicht in alle Verwaltungsunterlagen der WEG erhalten, Kontakt zu anderen Miteigentümern aufbauen und Ihre berechtigten Anliegen in die Eigentümerversammlung einbringen. Zusammengefasst ist es sein Ziel, Sie dabei daran zu hindern, Ihre berechtigten Interessen durchzusetzen. Dazu wird er immer nach Allianzen mit einzelnen Miteigentümern suchen, die ihn bei seiner unsachgemäßen Verwaltung unterstützen.

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Was tun, wenn Ihr Verwalter offensichtlich unseriös ist?

Die ungünstigste Konstellation liegt dann vor, wenn der Verwalter sowie der Verwaltungsbeirat unseriös sind und sich auch noch gut verstehen. Am einfachsten können Sie dazu beitragen, eine seriöse Hausverwaltung zu initiieren, indem Sie Unterstützung bei anderen Miteigentümern erhalten. Das ist in vielen WEGs jedoch nicht der Fall. Informieren Sie Miteigentümer über Ihren Verdacht hinsichtlich der Qualität der Hausverwaltung und überlegen Sie sich gemeinsam, wie Sie die Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße Verwaltung Ihrer Immobilie schaffen können.

Einen unseriösen Verwalter können Sie eigentlich nur abberufen bzw. abbestellen und kündigen, damit er der WEG keinen weiteren Schaden zufügt.
Wenn Sie einen Verwalter ganz konkret unseriöses Verhalten nachweisen können, bleibt Ihnen als WEG eigentlich nichts anderes mehr übrig, als ihn loszuwerden. Wer es an einer ordnungsgemäßen Hausverwaltung hat missen lassen, wird dies vermutlich auch in Zukunft tun – aller sonstigen Beteuerungen zum Trotz. Das Geld Ihrer WEG ist bei einem solchen Hausverwalter nicht gut aufgehoben. Um einen Verwalterwechsel herbeizuführen, müssen Sie als WEG in einer Eigentümerversammlung zunächst die Kündigung und Abberrufung des alten Verwalters beschließen. Wichtig ist neben dem formalen Akt der Abberrufung auch immer die Kündigung des Verwaltervertrages. Ansonsten müssten Sie weiterhin den unseriösen Verwalter für das Nichtstun bezahlen, bis der Vertrag ausläuft – und das ist eine denkbar ungünstige Konstellation.

Es ist wichtig, bei den anderen Wohnungseigentümern zunächst ein Verständnis zu entwickeln, wie es um die Hausverwaltung steht. Nur die wenigsten Besitzer von Wohnungen setzen sich mit den Feinheiten des Wohnungseigentumsgesetztes auseinander. Viele haben auch kein Interesse daran oder einfach keine Zeit, sich mit in die für sie langweiligen Details der Verwaltung einzuarbeiten. Doch hellhörig werden die meisten erst dann, wenn sie verstehen, dass ihr eigenes Geld in Gefahr ist. Schaffen Sie dafür ein Verständnis, bedenken Sie aber auch, dass ein unseriöser Verwalter oftmals versuchen wird, Fakten zu unterdrücken und Streit zu schüren. Für ihn gilt dann das Motto „Streiten sich zwei, freut sich der Dritte“. In diesem Fall ist der Verwalter der Dritte und wird die anderen Miteigentümer als Unterstützung ansehen. Wenn Sie die Mehrheit der Eigentümer einfach nicht von der Notwendigkeit zu handeln, überzeugen können, müssen Sie unter Umständen den Weg zum Anwalt gehen und sich dort beraten lassen. Bei einer unseriösen Verwaltung gibt es in den meisten Fällen sehr konkrete Ansatzpunkte, mit denen Sie aufgrund der Vorgaben des Wohnungseigentumsgesetztes einen Hebel haben. Insbesondere müssen Sie die Frist zur Anfechtung von Beschlüssen einhalten, sodass Sie nicht zögern sollten, wenn das unseriöse Geschäftsgebaren überhand nimmt. Ein unseriöser Verwalter wird immer Fehler machen, und diese müssen offengelegt werden. Dazu benötigen Sie entsprechende Kenntnisse im WEG-Recht und / oder einen kompetenten Anwalt, der Sie bei Ihrem Vorhaben, eine seriöse Hausverwaltung sicherzustellen, unterstützt.

Haben Sie die Hausverwaltung Ihres WEG-Verwalters als unseriös identifiziert, müssen Sie umgehend handeln. Gleichzeitig ist viel Durchhaltevermögen gefragt, da nicht wenige der schwarzen Schafe unter den Verwaltern, kritischen Miteigentümern Stolperfallen in den Weg stellen. Halten Sie durch, es lohnt sich!

Tipps und Ideen für den Umgang mit einem unseriösen Verwalter

Ein unseriöser Verwalter muss abbestellt werden und es ist wichtig, dass die WEG den Verwalter kündigt, damit nicht doppelte Kosten für die Hausverwaltung der Immobilie entstehen.
Bei einem unseriösen Verwalter muss Ihre WEG gemeinschaftlich handeln. Es gilt, alle Wohnungseigentümer vor Schäden zu bewahren. Leider ist es nicht selten so, dass ein unseriöser Verwalter gezielt Fürsprecher in einer WEG gesucht hat. Diese haben entweder selber in irgendeiner Form von der inakzeptablen Hausverwaltung profitiert oder lassen sich von dem Verwalter blenden, da Fakten für sie eine untergeordnete Bedeutung haben. Auch persönliche Animositäten können eine entscheidende Rolle spielen, wenn einige Wohnungseigentümer für vernünftige Argumente nicht zugänglich sind. Suchen Sie nach Möglichkeit das Gepräch mit den anderen Miteigentümern und lassen Sie die Fakten sprechen.
  • Bestehen Sie auf Ihr Recht zur Einsichtnahme in die Verwaltungsunterlagen der WEG und machen Sie von den wichtigen Dokumenten Kopien bzw. fotografieren Sie diese ab.
  • Prüfen Sie jedes Schriftstück und insbesondere die Jahresabrechnung sehr genau und klären Sie, ob die Zahlenwerte plausibel sind.
  • Machen Sie sich hinsichtlich Ihrer Rechte und Pflichten als Wohnungseigentümer kundig.
  • Lassen sie sich keine Unverschämtheiten bieten und halten Sie gegen.
  • Bestehen Sie immer auf Ihr Rederecht in der Eigentümerversammlung und zeigen Sie sich energisch, wenn Sie vom Verwalter unter Druck gesetzt werden sollten.
  • Bleiben Sie immer sachlich und lassen sie sich nicht dazu hinreißen, Beleidigungen oder Drohungen auszusprechen.
  • Suchen Sie gleichgesinnte Miteigentümer, die den Ernst der Lage hinsichtlich der fragwürdigen Form der Hausverwaltung verstanden haben, und beraten Sie sich mit diesen.
  • Setzen sie auf eine schriftliche Korrespondenz und greifen Sie dazu unter anderem auf Einschreiben zurück, deren Zustellung nachgewiesen werden kann.
  • Werden Sie Mitglied in einem Interessenverband für Wohnungseigentümer.
  • Lassen Sie sich von einem Fachanwalt für Wohnungseigentumsrecht beraten.

Woran man hingegen einen seriösen Verwalter erkennt

Tipps, wie Sie erkennen, ob der Hausverwalter Ihrer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) seriös ist.
Ein seriöser Verwalter wird sich Zeit nehmen, um berechtigte Fragen hinsichtlich der Hausverwaltung zu beantworten. Zudem arbeiten seriöse Hausverwaltungen ausschließlich mit WEG-Eigenkonten.

Es ist keine gute Sache und schon gar nicht fair, Hausverwalter unter Generalverdacht zu stellen, da es unter ihnen genügend Personen gibt, die einen hohen Anspruch an sich selbst haben und auch bereit sein, einen guten Kundenservice zu bieten. Wer Spaß an seiner Arbeit hat, der handelt aus einer ganz anderen Motivation heraus als ein Verwalter, der sie als notweniges Übel ansieht, um möglichst viel Geld zu verdienen. Das Beste was Ihnen und den Miteigentümern passieren kann, ist ein kompetenter Verwalter, der seine Berufung in der Hausverwaltung gefunden hat und hohe Maßstäbe an seine eigene Arbeit legt. Natürlich gibt es auch eine große Grauzone an mittelmäßig arbeitenden Verwaltern.

Die Kosten für einen Verwalter lassen keine Aussage über dessen Seriosität zu. Gleichzeitig kann eine teuere Hausverwaltung durch gute Arbeit finanziell attraktiver sein als eine Verwaltung, die zwar wenig kostet, der WEG aber keine Kosteneinsparungen beim Betrieb ihrer Immobilie herbeiführt.

Merkmale eines seriösen Verwalters

Untreue oder einen unseriösen Verwalter bei einer Einsichtnahme in die Verwaltungsunterlagen erkennen oder die ordentliche Hausverwaltung belegen.
Ein kompetenter und seriöser Verwalter wird Ihnen alle offenen Fragen ausführlich und genau beantworten können. Zudem hält Ihnen eine ordnungsgemäß arbeitende Verwaltung immer alle Unterlagen im Rahmen eines entsprechenden Termins zur Einsichtnahme bereit.
  • Der Verwalter nutzt von sich aus WEG-Eigenkonten und verzichtet auf Treuhandkonten, um die Gelder der Wohnungseigentümergemeinschaft zu verwalten bzw. anzulegen.
  • Es wird Ihnen auf Wunsch Einsicht in die Verwaltungsunterlagen gewährt.
  • Sie merken, dass der Verwalter sich für den Erhalt der Gemeinschaftsimmobilie engagiert und sinnvolle Vorschläge im Rahmen der Eigentümerversammlung unterbreitet, beispielsweise, um Betriebskosten zu senken.
  • Die Verwaltungsunterlagen und insbesondere die Kontoauszüge sowie Rechnungen sind vollständig und befinden sich in einem ordentlichen, sortierten Zustand.
  • Durch den Verwalter werden Hausbegehungen durchgeführt und die Hausverwaltung nimmt umfangreichere Instandhaltungsmaßnahmen ab.
  • Der Verwalter ist fit hinsichtlich der Hausverwaltung für Ihre Immobilie und kann Ihnen viele Fragen ad hoc beantworten oder innerhalb relativ kurzer Zeit klären.
  • Der Verwalter steht zu möglichen Fehlern in der Verwaltung und klärt diese umgehend.
  • Auch bei anderen Meinungen in der Eigentümerversammlung lässt der Verwalter als Versammlungsleiter kritische Eigentümer ausreden.
  • Mögliche Konflikte werden durch den Verwalter mit sachlichen Argumenten gelöst und nicht durch Methoden der Einschüchterung.
  • Dem Verwalter ist es wichtig, jeden möglichen Anschein einer nicht ordnungsgemäßer Verwaltung durch klare Argumente und schriftliche Belege umfänglich und zeitnah zu entkräften.
  • Die Jahresabrechnung ist klar verständlich und wird Ihnen auf Nachfrage von dem Verwalter bei Unklarheiten gerne im Detail erläutert.
  • Der Verwalter wird Ihnen keine Versicherung vermitteln wollen, für die er selbst als Versicherungsmakler fungiert.

Ganz unabhängig von den obigen Punkten muss man sich als Wohnungseigentümer jedoch darüber im Klaren sein, dass ein positiv wirkender Verwalter nicht unbedingt seriös verwalten muss und umgekehrt ein unsympathisch auftretender WEG-Verwalter durchaus überaus kompetent sein kann. Grundsätzlich ist die Seriosität eines Verwalters immer dann fraglich, wenn dieser mit Aggression, Einschüchterung oder Lügen arbeitet. Kein Verwalter, dem seine eigene Seriosität wichtig ist, hat es nötig, so zu agieren.

Der unseriöse Verwalter im Fazit

Versuchen Sie, mögliche Konflikte in Bezug auf die Hausverwaltung sachlich und besonnen zu klären. Ist dies trotz allem Bemühen nicht möglich, kann dringender Handlungsbedarf angezeigt sein. Das Schlimmste für einen unseriösen Verwalter sind gut informierte Wohnungseigentümer, die auf ihre Rechte nach dem Wohnungseigentumsgesetz bestehen und bereit sind, diese konsequent durchzusetzen.

Eine unseriöse Verwaltung kann zu einem enormen finanzielle Verlust und zu einer heruntergekommenen Immobilie führen.
Damit Ihre Immobilie aufgrund des Versagens eines WEG-Verwalters nicht zukünftig so aussieht, müssen Sie bei entsprechenden Indizien zügig handeln. Es geht um Ihr Geld und um das Ihrer Miteigentümer. Ist ein Hausverwalter unseriös, muss er gehen. Diese Konsequenz muss eine WEG aufbringen, wenn sie Schaden von sich abwenden möchte. Behalten Sie bei Ihrem Agieren stets das richtige Augenmaß, denn ein unsympathischer Verwalter muss nicht gleich unseriös sein und umgekehrt. Lassen Sie die Fakten sprechen!

Ein Verwalter, der es aus welchen Gründen auch immer, nicht gut mit der Verwaltung Ihrer Gemeinschaftsimmobilie meint, kann Ihrer WEG und damit Ihnen einen nicht unerheblichen Schaden zufügen. Es gibt zahlreiche Merkmale, die darauf hindeuten können, dass Ihre WEG wenig seriös verwaltet wird, jedoch muss man von Fall zu Fall unterschieden. Meistens offenbart ein schlechter Veralter gleichzeitig mehrere Merkmale unseriöser Hausverwaltung und lässt ein professionelles Verhalten in verschiedener Hinsicht missen. Einen unseriösen Verwalter kann man aber oftmals auch an seinem konkreten Verhalten erkennen, das dem Zweck dient, seine Verfehlungen zu vertuschen. Wer Teil einer Wohnungseigentümergemeinschaft ist, deren Verwalter Kritik harsch unterdrückt oder gar Eigentümer gegeneinander ausspielt und sich in menschlicher Hinsicht daneben benimmt, dem sei angeraten, möglichst zeitnah zu handeln. Eine Verwalterentlastung seitens der WEG ist hier völlig fehl am Platz. Kein Verwalter, dem Seriosität am Herzen liegt, wird ein solches Verhalten an den Tag legen. Schon viele WEGs haben solchen Personen einen finanziellen Schaden zu „verdanken“ und ärgern sich im Nachhinein, es nicht frühzeitig gemerkt zu haben, dass Sie einem unseriösen Verwalter auf den Leim gegangen sind. Aber auch hier gilt: Finden Sie das richtige Mittelmaß. Suchen Sie bei Unklarheiten zunächst auf freundliche Weise den Kontakt zur Hausverwaltung und zum Verwaltungsbeirat. Viele Sachverhalte, die zunächst vielleicht wichtige Fragen aufwerfen, lassen sich durch einen seriösen Verwalter innerhalb kürzester Zeit und ganz ohne Konflikte entkräften. Ebenso muss ein guter WEG-Verwalter Ihnen nicht menschlich sympathisch sein, um eine ausgezeichnete Hausverwaltung sicherzustellen.

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3 Kommentare

  1. An so einen unseriösen Verwalter sind wir geraten und hoffen,das dieser bei der morgigen Eigentümer Versammelung seine Sachen packt Wenn nicht werden wir VERKLAGEN!!!

    1. Das tut mir leid für Sie. Wie ist es in der Eigentümerversammlung verlaufen?

      Dieser Typus Verwalter neigt leider auch dazu, unnötigen Ärger zu verursachen und nicht ohne einen unnötigen „Kampf“ zu gehen.

      Welche Pflichten hat denn Ihr WEG-Verwalter verletzt?

    2. Guten Tag,

      dann lesen Sie mal das Buch „Die Leiden der Anna W.“ Tolle, unterhaltsame Erzählung mit vielen Tipps zu Hausverwaltungen und zum Wohnungkskauf. Ich habe nicht schlecht gestaunt, was einem alles mit einer Verwaltung passieren kann.

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